Einfach schön schreiben

Schöne Texte müssen sich schön anhören

von am Aug 29, 2013

Redakteure und Journalisten müssen sich und ihre Texte quälen, wenn sie gelesen werden wollen. Was es hierbei zu beachten gilt, habe ich schon in vielen Artikeln beschrieben. Doch kann man sich als Texter nie sicher sein, dass man alle Anforderungen erfüllt. Und wer als Einzelkämpfer im Büro sitzt, hat noch nicht einmal einen Gegenleser zur Hand.

Ist mein Text spannend genug? Habe ich alle wichtigen Fakten verständlich erklärt? Ist meine Sprache so einfach, dass der Leser gerne bis zum Ende bleibt? Selbst wenn wir keinen Gegenleser haben, können wir uns diese Fragen selbst beantworten – indem wir uns unseren eigenen Text laut vorlesen.

Sicherlich ist die Vorstellung alles andere als verlockend: Da sitzen wir in unserem Büro und lesen uns selbst etwas vor. Jeder, der hereinkommt, muss uns für verrückt halten. Doch führt uns dies wieder an den Anfang: Wir müssen uns etwas quälen, wenn unsere Texte gut werden sollen.

Drei Vorteile des lauten Vorlesens

  1. Wir lesen langsamer und nehmen dadurch Rechtschreibfehler wahr, die wir vorher übersehen haben.
  2. Wir erkennen, an welchen Stellen wir ins Stocken geraten. Diese Stolperfallen könnten uns später Leser kosten.
  3. Mit der richtigen Betonung hören wir, ob unser Text mitreißend oder langweilig ist.

Nach der lauten Lektüre haben wir die Möglichkeit, alle Rechtschreibfehler, schwierigen Formulierungen und zähen Passagen zu verbessern. Der Leser wird uns diese Mühen danken.

Fazit

Generell lesen sich Texte leichter, die an unsere mündliche Sprache angelehnt sind. Daher ist das laute Vorlesen sein sehr gutes Mittel, seine eigenen Schriften zu überprüfen. Wenn Texte für das Ohr verständlich sind, dann sind sie es auch für das Auge. Dennoch sollte man selbstverständlich auf Umgangssprache, Füllwörter und dergleichen verzichten.


weiterlesen

Einfach schön schreiben

Checkliste: Die Macht der Satzzeichen

von am Feb 26, 2013

Ausrufezeichen, Klammern, Punkte, Kommata, Gedankenstriche und so weiter. Die deutsche Sprache verfügt über viele Satzzeichen. Manche dürfen wir in journalistischen Texten verwenden, manche sollten wir vermeiden, andere müssen wir ab und an setzen. Über ein paar Satzzeichen habe ich bereits eigene Blogeinträge verfasst. Heute gibt es eine Übersicht über gute, neutrale und böse Satzzeichen.

weiterlesen

Einfach schön schreiben

Vierköpfige Familienväter und andere schiefe Adjektive

von am Jan 24, 2013

Mehrfach habe ich es in diesem Blog schon angesprochen: Adjektive und journalistische Texte sind nicht immer die besten Freunde. Gerne gehen die Pferde mit uns durch, wenn wir besonders blumig und stimmungsvoll schreiben wollen. Die Verständlichkeit bleibt da manchmal auf der Strecke. Daher müssen wir auf die Anzahl achten, ebenso auf die Steigerung und unnötige Dopplungen. Außerdem dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, welches Wort wir näher beschreiben wollen. Sonst schreiben wir am Ende von den berühmten „vierköpfigen Familienvätern“.

weiterlesen

Einfach schön schreiben

Der Doppelpunkt: Schafft Struktur und hebt hervor

von am Okt 18, 2012

Der Doppelpunkt hat viele Funktionen. Er leitet Zitate ein oder kündigt eine Aufzählung an. Er kann als Geteilt-Zeichen oder Spielstand-Anzeiger auftreten oder Mischverhältnisse beschreiben. Dabei kann er Dinge voneinander trennen – oder sie betonen. Gerade die letzte Eigenschaft bietet dem professionellen Schreiber eine große Hilfe, wenn er seine Leser an seinen Text fesseln will.

weiterlesen

Einfach schön schreiben

Der Hauptsatz: Platz für die wirklich wichtigen Dinge

von am Aug 20, 2012

Knackige Hauptsätze sind besser als verschachtelte Nebensätze. Das habe ich in diesem Blog schon mehrfach angesprochen. Doch garantieren kurze Hauptsätze nicht immer gute Texte. Nicht nur die Häufung von Hauptsätzen kann problematisch sein, auch auf den Inhalt kommt es an. Denn gerne wandern die wichtigen Informationen in einen Nebensatz – was den Leser unnötig verwirrt.

weiterlesen