Einfach schön schreiben

… liefert Tipps für das Schreiben guter Texte.

Im Jahr 2002 ergoss sich die so genannte Jahrhundertflut über Ostdeutschland, zerstörte Städte, verwüstete Ackerland und hinterließ viele verzweifelte Menschen. Schon damals fragte ich mich, wie man den Begriff „Jahrhundertflut“ wohl noch steigern könnte, sollte sich eine noch schlimmere Katastrophe ereignen. Denn mir schien es vermessen, bereits 98 Jahre vor Abschluss des Jahrhunderts einen Superlativ-Titel zu vergeben. Und wie sich gerade zeigt, war es tatsächlich zu früh. Journalisten müssen besonders verständlich und ausdrucksstark sprechen und...

Nach drei Wochen Abstinenz von der deutschen Sprache hat mich mein Schreibtisch seit vorgestern wieder. Obwohl ich während meines Urlaubs nichts von Redaktion, PR und Sprache wissen wollte, musste ich immer wieder an einen Artikel denken. Diesen hatte ich kurz vor unserem Abflug am 15. März in der „Welt kompakt“ gelesen – und seither an meinem journalistischen Grundwissen gezweifelt. Eigentlich hatte ich den Artikel überhaupt nicht lesen...

Neulich berichteten die Kollegen des KMU-Marketing-Blogs über einen Dienst, mit dem man kostenlos und schnell Infografiken erstellen kann: infogr.am. Da ich immer neidvoll auf die bunten Bilderchen anderer Blogs starre, habe ich mir nun endlich meine erste, eigene Infografik gebastelt. Das Programm ist zwar in englischer Sprache, jedoch sehr leicht zu bedienen. Da es nur ein paar Vorlagen gibt, kommen die Ergebnisse selbstverständlich nicht an individuelle Infografiken heran. Doch als Einstieg...

Mache Leute schneiden Haare, andere erziehen fremder Leute Kinder. Es gibt Menschen, die anderen die Zähne ziehen oder sich ihr Leben lang durch Aktenberge wühlen. Und dann gibt es Texter, Journalisten und Autoren, die den lieben langen Tag mit Schreiben, Schreiben und nochmals Schreiben verbringen. Doch was machen die eigentlich, wenn ihnen nichts einfällt? Leider gehöre ich zu den Menschen, die nicht immer kreativ sein können. Acht Stunden intelligentes Schreiben und Erzählen bekomme ich nur...

Ausrufezeichen, Klammern, Punkte, Kommata, Gedankenstriche und so weiter. Die deutsche Sprache verfügt über viele Satzzeichen. Manche dürfen wir in journalistischen Texten verwenden, manche sollten wir vermeiden, andere müssen wir ab und an setzen. Über ein paar Satzzeichen habe ich bereits eigene Blogeinträge verfasst. Heute gibt es eine Übersicht über gute, neutrale und böse Satzzeichen. Gute Satzzeichen Gedankenstrich – Wer den einzelnen Gedankenstrich sparsam einsetzt,...

In meinem Beitrag Amtsdeutsch ist sexy! hatte ich es schon einmal angedeutet: Journalistische Texte sind vor allem dann interessant, wenn sie möglichst wenige Substantive enthalten. Sicherlich können wir sie manchmal nicht vermeiden. Oft gibt es jedoch bessere Wege, Dinge auf den Punkt zu bringen. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Diesen Satz haben wir alle schon 1.000 Mal gelesen. Sicher: Wir verstehen sofort, was uns der andere sagen will. Doch fühlen wir uns...

Mehrfach habe ich es in diesem Blog schon angesprochen: Adjektive und journalistische Texte sind nicht immer die besten Freunde. Gerne gehen die Pferde mit uns durch, wenn wir besonders blumig und stimmungsvoll schreiben wollen. Die Verständlichkeit bleibt da manchmal auf der Strecke. Daher müssen wir auf die Anzahl achten, ebenso auf die Steigerung und unnötige Dopplungen. Außerdem dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, welches Wort wir näher beschreiben wollen. Sonst...

Mit der Verneinung ist das so eine Sache. Das Wort Nein lernen wir zwar direkt, nachdem wir Mama und Papa sagen können – allerdings hören wir es gar nicht gerne. Kein Wunder also, dass die deutsche Sprache unzählige Möglichkeiten liefert, wie wir ein Nein netter ausdrücken können. Für Leser und Zuhörer ist das jedoch sehr verwirrend. Sicherlich ist es schön, wenn ein Text abwechslungsreich ist. Die Verständlichkeit sollte jedoch immer Vorrang haben vor der Kreativität....

Der Mensch neigt dazu, sich hinter dem großen Ganzen zu verstecken. Wenn Fußballer ein Interview geben, reden sie von sich selbst als dritter Person: „Sicherlich ist man froh, wenn man mit einem Tor seinem Verein helfen konnte.“ Wenn wir Kritik üben, sprechen wir nicht nur für uns: „Die Menschen wollen nicht ihr ganzes Geld an Griechenland verlieren.“ Und Politiker reden gerne von Reformbemühungen, der finanzpolitischen Gesamtlage und der Bevölkerung. Doch auch wenn es jeder...

Es wird mal wieder Zeit, dass ich mich etwas über das Gewäsch unserer Politiker aufrege. Da schwafelt der eine etwas von einem Paradigmenwechsel. Der andere warnt vor der Fiskalklippe und der nächste schwärmt von der innovativen Dynamik der progressiven Sozialreformen… oder so ähnlich. Der normale Bürger versteht derweil nur Bahnhof und wartet vergeblich auf eine Übersetzung in Normalo-Deutsch durch die Medien. Wikipedia erklärt: Ein Paradigmenwechsel bezeichnet, „den Wandel grundlegender Rahmenbedingungen für einzelne wissenschaftliche...

Wer eine gute Rede halten will, muss bei seinen Zuhörern ein Kino im Kopf auslösen. Das geht durch eine bildhafte Sprache, kleine Geschichten und Anekdoten und jede Menge Fragen. Die ganz hohe Schule der Redekunst beherrscht derjenige, der kleine Dialoge in seine Rede einbaut. Das ist zwar etwas aufwändiger, jedoch bringt es Abwechslung und Schwung in jedes noch so langweilige Thema. Eines vorab: Dialoge, Fragen und bildhafte Sprache bringen überhaupt nichts, wenn ein...

Der Doppelpunkt hat viele Funktionen. Er leitet Zitate ein oder kündigt eine Aufzählung an. Er kann als Geteilt-Zeichen oder Spielstand-Anzeiger auftreten oder Mischverhältnisse beschreiben. Dabei kann er Dinge voneinander trennen – oder sie betonen. Gerade die letzte Eigenschaft bietet dem professionellen Schreiber eine große Hilfe, wenn er seine Leser an seinen Text fesseln will. Ähnlich wie ein Gedankenstrich kann der Doppelpunkt dazu beitragen, das Interesse des Lesers zu wecken. Wer einen Punkt setzt, hat...

Liebe auf den ersten Blick – das gibt es auch bei redaktionellen Inhalten. Leser entscheiden ganz schnell, ob sie einen Artikel weiterlesen oder ob sie weiterblättern. Das gilt für Nachrichten, Reportagen, Kommentare, Rezensionen und alle anderen Texte. Nur 20 Sekunden haben wir, um unsere Leser an unseren Beitrag zu fesseln. Das ist sportlich, aber machbar. In 20 Sekunden liest der durchschnittliche Leser 300 bis 400 Zeichen. Also einen Text, der so lang ist wie meine...

Wie versprochen folgt nach einer krankheitsbedingten Pause in der vergangenen Woche heute ein neuer Beitrag im kommunikationsABC. Dieser beschäftigt sich mit zwei kurzen Wörtern, die wir gerne synonym verwenden. Dabei gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied, den gerade Journalisten und Texter beachten sollten. Buchhalterisch und bilanziell spielt es sicherlich keine Rolle, ob ein Unternehmen fast eine Milliarde Euro Gewinn gemacht hat oder knapp eine Milliarde Euro. In beiden Fällen ist die Milliardengrenze nicht überschritten...

Knackige Hauptsätze sind besser als verschachtelte Nebensätze. Das habe ich in diesem Blog schon mehrfach angesprochen. Doch garantieren kurze Hauptsätze nicht immer gute Texte. Nicht nur die Häufung von Hauptsätzen kann problematisch sein, auch auf den Inhalt kommt es an. Denn gerne wandern die wichtigen Informationen in einen Nebensatz – was den Leser unnötig verwirrt. Wolf Schneider hat es in seinem Buch Deutsch für Profis

Himmel, wie die Zeit vergeht! Vor mehr als einem Jahr hatte ich bereits über Adjektive geschrieben. Damals warnte ich vor dem übermäßigen Gebrauch und kündigte weitere Adjektiv-Artikel an. Heute ist es nun soweit. Dieses Mal geht es nicht nur darum, verständliche Texte zu schreiben. Es geht vor allem darum, keinen Unsinn zu verzapfen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere: Im Deutschunterricht haben wir damals Stilmittel behandelt. Unter anderem kam dort der Begriff...