Deutsche Sprache, ...

Achtung bei Gänsefüßchen

von am Apr 17, 2018

Satzzeichen richtig setzen. Das ist eine größere Herausforderung, wenn man nicht täglich schreibt. Gerade die Kommaregeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach verschoben. Was früher noch vortrefflich nach Gefühl ging, ist heute nicht mehr ganz so einfach. Manchmal habe ich den Eindruck, dass im Zweifel alles erlaubt ist, was man selbst toll findet. Nicht nur bei Kommata. Auch bei Anführungszeichen, manchmal Gänsefüßchen genannt, wie ich neulich feststellen musste. Blanke Anarchie!

Gänsefüßchen, Anführungszeichen

„Bitte“ achten Sie auf Mülltrennung!

Über Leerzeichen an falschen Stellen und unnötige Großschreibung verliere ich jetzt mal kein Wort. Aber warum setzt der Autor dieses Zettels in unserer örtlichen Grillhütte an dieser Stelle Anführungszeichen? Ist das „Bitte“ eine wörtliche Rede und der Rest nicht? Ist das „Bitte“ ein Eigenname oder sowas? Ist es ironisch gemeint oder transportiert es einen anderen Unterton, den ich schlichtweg nicht verstehe? Denn ich kapiere es wirklich nicht. Warum steht das „Bitte“ in Gänsefüßchen?

Unwillkürlich muss ich an Joey aus meiner Lieblingsserie „friends“ denken. Dieser gibt in einer Folge zu, dass er keine Ahnung hat, was es bedeutet, wenn Menschen Gänsefüßchen in die Luft schreiben. Und belegt dies später eindrucksvoll, indem er sich mit einem „Sorry“ entschuldigt. Dieses „Sorry“ setzt er mit den Fingern in Anführungszeichen – was die Entschuldigung natürlich ad absurdum führt. Eine göttliche Folge, ich könnte mich schon wieder totlachen, wenn ich nur daran denke.

Für mich habe ich entschieden, dass das „Bitte“ in Anführungszeichen einfach ein Versehen war. Das Versehen eines Menschen, der glaubt, dass Anführungszeichen das gleiche sind wie fette Schrift oder ein unterstrichener Text. Passiert. Muss ja niemand alles können. Aber lustig ist es trotzdem für Monks wie mich. Zumal es nicht bei diesem einen Beispiel blieb. Unsere Grillhütte ist voll von solchen Bitten (s. Beitragsbild oben).

Gänsefüßchen, Anführungszeichen

Herrlich, oder?

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Voll nervig, jedes Mal mit wem anders zu sprechen

von am Mrz 2, 2018

Ende des vergangenen Jahres stolperte ich jeden Morgen. Nicht mit den Füßen über den Bordstein, wobei das bei mir nicht verwunderlich wäre. Sondern mit den Augen über eine Werbung an vielen Haltestellen. Gerne hätte ich diesen Höhepunkt der Plakatgeschichte fotografiert. Aber erstens wollte ich nicht dabei beobachtet werden, wie ich ein Plakat fotografiere. Ist ja peinlich. Und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Bild überhaupt hätte verwenden dürfen. Also zitiere ich nur den Slogan:

„Voll nervig, jedes Mal mit wem anders zu sprechen.“

Dieses Zitat ist kein Diebstahl geistigen Eigentums, denn ich halte ausdrücklich fest: Die SIEMENS BETRIEBSKRANKENKASSE ist Urheber dieses Satzes. Sie allein. Ich habe nichts damit zu tun!

Die Werbung sollte genervte Anrufer von Hotlines ansprechen, die jedes Mal eine andere Person am Hörer haben. Das ist in der Tat „voll nervig“, da man immer wieder alles von vorne erzählen muss. Die Aussage ist also korrekt. Aber wie sieht es mit der deutschen Grammatik aus?

Sprich die Sprache deiner Zielgruppe! Dieser Leitsatz ist nach wie vor gültig. Aber wer ist denn in diesem Fall die Zielgruppe? Redet jemand tatsächlich so. „Da musst du mit wem anders sprechen.“ Also, ich kenne niemanden, der so redet. Selbst im Dialekt. Wobei mich das an eine Geschichte erinnert, die mir einmal mein Mann erzählt hat. Damals lief „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ in den Kinos. An der Kinokasse diskutierten zwei Freunde hinter ihm, welchen Film sie sich denn nun ansehen sollten. Für den einen war die Sache klar: Er wollte „Verreck wann anders“ sehen. Noch nach Jahren kann ich mich über diese Geschichte totlachen. Aber ich schweife ab …

Gibt es wirklich Menschen, die sich mit „wem anders“ unterhalten? Die das tatsächlich ernsthaft so sagen und nicht im Spaß? Sprechen die meisten Menschen nicht eher mit „jemand anderem“? Oder mit „jemandem anders“?

Ich persönlich würde sagen: „Voll nervig, jedes Mal mit jemand anderem zu sprechen.“ Wobei das nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wie diese Seite zeigt.

Es gibt also einige Formen, die richtig sind oder zumindest so erscheinen. Wobei sich für mich auch von den vermeintlich richtigen Formen einige leicht behämmert anhören. Aber immerhin: „wem anders“ taucht nicht in der Aufzählung auf, so dass ich mich vorerst bestätigt sehe.

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Sie müssen klartexter mit mir reden!

von am Nov 18, 2014

Neues aus dem Kuriositätenkabinett.

Deutsch ist eine lebende Sprache. Sie entwickelt sich ständig weiter. So weit, so gut. Doch manchmal frage ich mich, wie Menschen darauf kommen, ihre eigenen Neukreationen als Standardsprache anzuerkennen. Wenn Neuschöpfungen aus einem Spaß geboren wurden und im privaten Umfeld als Dauerwitz verwendet werden, stellt das für die Gesellschaft kein größeres Problem dar. So sprechen wir daheim gerne vom Schußgängerfutzweg, wenn wir einen Fußgängerschutzweg meinen (offizieller Name für einen „Zebrastreifen“). Und wohl niemand stört sich daran, dass das französische Weihnachtsfest bei uns nur noch „Nöl“ statt „Noel“ heißt.

Doch neulich hörte ich eine Dame ein geschäftliches Telefonat führen und verschluckte mich fast an meinem Kaffee. Da sagte die Erwähnte doch tatsächlich den Satz: „Da müssen Sie jetzt schon mal etwas klartexter mit mir reden!“

Klartext als neues Adjektiv? Klartext, klartexter, am klartextesten? Bisher war ich immer der Meinung, dass es sich bei dem Wort „Klartext“ um ein Substantiv handelt. Eines, das man nicht steigern kann. Noch nicht einmal ein sinnvoller Plural will mir dazu einfallen. Ein Klartext, zwei Klartexte? Wohl eher nicht.

Doch ganz sicher ist „Klartext“ kein Adjektiv und sollte daher auch nicht so gebraucht werden. Schon gar nicht im Berufsleben. Denn auf offiziellen Wegen verbreiten sich solche Auswüchse schnell und bekommen ungehindert den Stempel „seriöses Hochdeutsch“ verpasst. Und dann fragen sich selbst die Menschen, die ständig mit deutscher Sprache zu tun haben, ob sie etwas nicht mitbekommen haben – und erwischen sich im nächsten Schritt, dass sie selbst solch einen Blödsinn reden.

Und wenn Sie dann zu den Menschen gehören, die sich trotz aller Dauerbeschallung an dieser neuen Sprachweise stören, dürfen Sie sich sagen lassen: „Deutsch ist eine lebende Sprache, die sich ständig weiterentwickelt, Sie ewig gestrige, engstirnige Evolutionsbremse!“

Da sich dies wohl niemand gerne sagen lässt, wünsche ich viel Spaß mit dem neuen Adjektiv „klartext“. Und immer daran denken: Klartexter reden ist viel besser als wie unverständlich sein tun!


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Gibt es das Wort „Inzahlung“?

von am Nov 3, 2014
Inzahlung

Seit einem halben Jahr komme ich wieder deutlich öfter vor die Tür und unter Menschen, seit ich mein Home Office gegen einen „ordentlichen“ Arbeitsplatz eingetauscht habe. Zwangsläufig führt dies dazu, dass ich mich deutlich öfter mit meinen Mitmenschen und deren geistigen Ergüssen konfrontiert sehe. So fahre ich beispielsweise fast jeden Tag an einem Haus vorbei, das einen Motorradladen beherbergt. Und an diesem prangt in großen Buchstaben das Wort Inzahlung.

Nun würde ich mir niemals anmaßen, zu behaupten, dass ich alle Wörter und Fremdwörter kenne, die unsere Sprache zu bieten hat. Doch kann ich nicht sagen, dass ich das Wort Inzahlung jemals gehört hätte. Ich kenne eine Inzahlungnahme, sicher. Aber ohne den Zusatz „-nahme“ ist mir dieses Wort noch nicht untergekommen.

Am Anfang dachte ich noch, dass vielleicht ein „E“ davor abgebröckelt sein könnte. Doch kann ich dies ausschließen, da das „I“ eindeutig großgeschrieben ist und sich dadurch vom Rest des Wortes unterscheidet. Und warum sollte man bei einem Motoradladen Einzahlungen vornehmen können?

Ich machte mich also auf die Suche.

Inzahlung oder nicht Inzahlung?

Und siehe da: Das Wort Inzahlung ist nicht in unserem Duden enthalten. Weder als Substantiv noch als Verb. Denn auch wenn wir etwas in Zahlung geben, schreiben wir dieses Wort auseinander.

Die Beschriftung auf dem Haus ist damit sprachlich falsch. Zumindest noch. Denn mal abwarten, wann dieses Wort als sprachliche Erleichterung geduldet und schlussendlich zugelassen wird.

Inzahlung und Bewerbe

Ein ähnliches Phänomen ist für mich das Wort „Bewerbe“ als Kurzform für Wettbewerbe. Sportler verwenden das ständig in Interviews und mir wird regelmäßig übel, wenn ich das höre. Ganz furchtbar. Der Duden kommentiert hierzu: Sport österreichisch. Das ist der erste Schritt in Richtung Akzeptanz. Und damit ist das Wort Bewerbe sicherlich nicht mehr lange eine Modeerscheinung, sondern bald fester Bestandteil unserer täglichen Kommunikation. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn der Imperativ „bewirb dich!“ gänzlich ausstirbt – bei dieser Dauerbeschallung.


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Dieses verdammte Fugen-S!

von am Apr 30, 2014
Fugen-S

Die Frage nach dem Fugen-S kann hier und da zu hitzigen Debatten führen. Manch einer verwendet es großzügig. Andere würden es am liebsten ganz streichen. Und beide Seiten fühlen sich im Recht. Vorschub leistet solchen Debatten der Duden, der sich mal wieder eindeutig zweideutig gibt. Heute versuche ich etwas Ordnung in dieses Chaos zu bringen – und ich verrate, wie ich persönlich diese Sache handhabe.

Das Fugen-S fügen wir ein …

  • … wenn der erste Teil des Wortes ein substantivierter Infinitiv ist.
  • z. B. Verfahrensweise, Schlafenszeit, sehenswert, sterbenslangweilig.

  • … wenn der erste Teil des Wortes ein Substantiv auf -ung, -tum, -ling, -tät, -heit, ion usw. ist.
  • z. B. Handlungsweise, Neutralitätsbeweis, Schönheitskönigin, Fakultätsleiter, Frühlingssonne, Migrationshintergrund, Altertumsforschung.

  • … wenn der erste Teil ein bestimmtes Wort ist.
  • z. B. Armutsfalle, Liebesbeweis, Hilfsgüter oder Geschichtslehrer.

Der letzte Punkt zeigt, dass es keine einzig wahre Regel zum Thema Fugen-S geben kann – schließlich kann alles eine solche Ausnahme sein. Wer kennt schon die vollständige Liste?

Das Fugen-S fügen wir NICHT ein …

  • … wenn der erste Teil des Wortes feminin ist, einsilbig oder auf -e endet (was z. B. auf „Liebe“ zuträfe – aber nein, das ist ja eine der oben genannten Ausnahmen)
  • z. B. Hitzewallung, Kurschatten, Nachtschlaf, wutentbrannt.

  • … wenn der erste Teil ein feminines Fremdwort ist und auf -ur oder -ik endet.
  • z. B. Physiklehrer, Mimikfalten, Naturschauspiel.

  • … wenn der erste Teil auf -er, -el, -sch, -(t)z, -s, -ß oder -st endet.
  • z. B. Ackerboden, Strudelteig, Fleischverarbeitung, Scherzkeks, Maismehl, Grußkarte, Dunstabzug.

All die Ausnahmen und Unklarheiten beim Fugen-S

Neben diesen Regeln gibt es weitere wachsweiche Vorgaben, die noch nicht einmal ein Germanistik-Student aus dem Stegreif umsetzen könnte. So erhalten schwache, maskuline erste Wortteile kein Fugen-S, sondern ein Fugen-(e)n, z. B. bei Studentenwohnheim.

Daneben haben uns Steuerbehörden verboten, nach irgendwelchen Steuerarten ein Fugen-S einzuschieben – doch der Duden sieht solch einen Einschub weiterhin als berechtigt an. Die Einkommenssteuer ist sprachlich damit absolut richtig, auch wenn das Finanzamt auf „Einkommensteuer“ besteht.

Von dem Verbalabstraktum oder Partizip als Zweitglied fange ich an dieser Stelle gar nicht erst an, denn das würde ins vollständige Chaos führen.

Mein Fazit zum Fugen-S

Ich bin ohnehin der Meinung, dass es dieser ganzen Regeln nicht bedarf. Denn komischerweise machen die meisten Deutschen intuitiv alles richtig, wenn es um die Frage geht: Fugen-S – ja oder neun?

Wenn es sich doof anhört oder beim Sprechen stört, lassen wir es weg. Doch wenn es den Redefluss erleichtert, verwenden wir das Fugen-S. Daher gibt es wohl niemanden, der von einer Damenswahl spricht oder einem Hühnersei, von Hitzesfrei oder Jagdswurst, von einem Kultursschock oder einem Siegelsbruch, einem Hoffnungschimmer, einem Heringsalat oder einem leidenschaftlosen Liebeschwur.

Außerdem gibt es von den Regeln oben so viele Ausnahmen, dass sich das sowieso niemand merken kann. Daher höre ich weiter auf mein Bauchgefühl und nicht auf mein Bauchsgefühl.


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Woher kommt die Sisyphusarbeit? Und was bedeutet sie?

von am Mrz 25, 2014
Sisyphusarbeit

Es gibt Redewendungen und geflügelte Worte in der deutschen Sprache, die wir immer wieder verwenden – deren Ursprung oder Bedeutung wir jedoch nicht kennen oder nur erahnen. Dazu gehört sicherlich auch die sprichwörtliche Sisyphusarbeit. Klar ist, dass niemand gerne Sisyphusarbeit verrichtet. Doch warum eigentlich nicht? Und woher stammt der Begriff?

Woher stammt der Begriff „Sisyphusarbeit“?

Die Sisyphusarbeit geht zurück auf die griechische Sagenfigur Sisyphos. Sisyphos war ein ausgemachtes, schlaues und freches Schlitzohr, dem es immer wieder gelang, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen und der Unterwelt zu entkommen. Doch irgendwann erwischten ihn die Götter doch und verdonnerten ihn zu der nach ihm benannten Arbeit.

Als Strafe für einen nicht eindeutig geklärten Frevel muss er in der Unterwelt bis in alle Ewigkeit einen schweren Felsen einen Berg hinaufrollen. Jedes Mal, wenn er fast oben angelangt ist, rollt der Fels wieder ins Tal hinab, so dass Sisyphos von vorne anfangen muss.

Was bedeutet „Sisyphusarbeit“ in der heutigen Zeit?

Aus dieser Tätigkeit leitet sich unsere heutige Sisyphusarbeit ab: Eine Arbeit, die komplett unnütz ist, niemandem etwas bringt, extrem schwer fällt und vor allem niemals ein Ende findet.

So bezeichnen manche Menschen ihren Arbeitsalltag als Sisyphusarbeit, z. B. wenn sie tagtäglich die gleiche Routine durchlaufen, jedoch niemals ein Ende oder einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Solch eine Arbeit wird weiterhin als Strafe angesehen – auch wenn den heutigen Leittragenden manchmal nicht klar ist, wofür sie eigentlich bestraft werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem antiken Sisyphos: Niemand kann final erklären, warum er eigentlich diese Strafe aufgebrummt bekommen hat. Doch scheint in seinem Fall wenigstens klar zu sein, dass er sie in den Augen der Götter verdient hat.

Zu einem früheren Zeitpunkt hatte ich schon einmal erklärt, wie und warum wir eigentlich auf den Hund kommen und welche Bedeutung und Herkunft das Wort Bärendienst hat.


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So viele bunte, unnütze Bereiche!

von am Feb 25, 2014
Bereich

Wenn einer eine neue Bleibe sucht, dann kann er einiges berichten. Nicht nur von überhöhten Preisen und windigen Vertragspartnern, sondern auch von fragwürdigen Objektbeschreibungen. Die Rechtschreibfehler sind dabei noch das kleinste Problem dieser sogenannten Exposés. Viel schlimmer finde ich, dass mittlerweile sogar dort „Bereiche“ geschaffen werden, in denen wir gar keine brauchen.

Unsere vielfältigen Lebensbereiche

So könnte eine Beschreibung beispielsweise lauten: „Im Erdgeschossbereich schließt sich an einen großzügigen Empfangsbereich ein weitläufiger Ess- und Wohnbereich an, von dem der Küchenbereich abgetrennt wurde. Durch eine massive Holztreppe gelangt man in den Obergeschossbereich, in dem sich drei Schlafbereiche und ein Nassbereich befinden. Der Kellerbereich ist durch einen Treppenabgang im Außenbereich erreichbar.“

Ich gebe zu, dass ich diesen Text etwas überspitzt formuliert habe. Jedoch wirklich nur etwas. In den letzten Monaten und Jahren habe ich von so vielen Bereichen gelesen, dass ich mich mittlerweile selbst dabei erwische, das Wort „Bereich“ an Wörter anzuhängen, die wunderbar ohne diesen Zusatz auskämen.

Besser als „Bereiche“

Gute Texte sind kurz und knapp – und wenn wir die Wahl haben zwischen einem langen und einem kurzen Wort, dann sollten wir immer das kurze wählen. So wird …

  • Erdgeschossbereich – zu – Erdgeschoss
  • Empfangsbereich – zu – Diele
  • Küchenbereich – Küche
  • Obergeschossbereich – zu – Obergeschoss
  • Nassbereich – zu – Bad
  • Kellerbereich – zu – Keller
  • Außenbereich – zu – Hof oder Garten.

Zwar nicht kürzer, jedoch deutlich gängiger sind daneben die Wörter Wohnzimmer und Schlafzimmer anstatt Wohnbereich oder Schlafbereich.

Ich weiß nicht, woher diese Marotte stammt. Ich weiß nur, dass ich sie affig finde. Da versucht jemand gebildet zu klingen und verwechselt dabei eloquent mit kompliziert.

Bereiche in anderen Bereichen

Arbeitsbereich, Lebensbereich, Ruhebereich, Partybereich, Freizeitbereich, Freiluftbereich, Wellnessbereich, Toilettenbereich, Nackenbereich, Sekundenbereich, Familienbereich, Abendbereich, und so weiter …

Und was sind Ihre „Lieblingsbereiche“?


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