Home Einfach schön schreiben Ein Einschub ist ein Einschub zu viel

Bereits sieben Jahre ist es her, da erschien hier auf dieser Website der Artikel: Vorsicht bei eingeschobenen Nebensätzen. Meine Güte, die Zeit rast. Und trotzdem machen wir heute noch die gleichen Fehler wie damals: Einschübe, Unterbrechungen und unnötige Details zwischen zwei Kommata.

„Mittels der Partnerschaft zur Regenguss GmbH, einem 2015 gegründeten Unternehmen innerhalb der Schlechtwetter-Gruppe, könne man, vor allem mit Blick auf die Internationalisierung gewerblicher Kunden, deutlich leistungsfähiger und schneller agieren.“

Ein Satz, bei dem jeder gute Journalist, Redakteur und Texter Schnappatmung bekommen dürfte. Zwei Einschübe in einem Satz. Sicher, drei Einschübe wären schlimmer. Aber das sollte wohl kaum der Anspruch sein. Ich weiß nicht, was sich der Schreiberling dabei gedacht hat. Oder ob er überhaupt kurz an seine armen Leser gedacht hat. Aber so geht es natürlich nicht.

Eingeschobene Details? Weg damit!

Eine verständliche Lösung ist nur zwei Schritte entfernt:

  1. Schritt: Ersten Einschub ersatzlos streichen, denn er ist für die Aussage vollkommen unwichtig.
  2. Schritt: Zweiten Einschub nicht einschieben, sondern hinter den Satz stellen.

Nur Klares bringt Wahres

Nach diesen beiden Schritten stellt sich der Satz schon ganz anders dar:

„Mittels der Partnerschaft zur Regenguss GmbH könne man deutlich leistungsfähiger und schneller agieren – vor allem mit Blick auf die Internationalisierung gewerblicher Kunden.“

Ich persönlich würde den Satz immer noch nicht so lassen. Mittels, agieren, Internationalisierung … Aber für heute soll es gut sein; heute ging es nur um die Einschübe.

(Fehler bereinigt am 18.09.2018)
2 Kommentare für diesen Artikel
  1. Sehr geehrte Frau Sandra S.,

    gerade habe ich Ihre Website gefunden und einige Artikel gelesen. Bei den Themen zur deutschen Sprache, die ich bisher gelesen habe, sprechen Sie mir aus der Seele. Diese Artikel haben mich gerade gefesselt und meine eigentliche Internet-Recherche unterbrochen.

    Im Gegensatz zu mir sind Sie ganz bestimmt mit der Grammatik unserer Sprache bestens vertraut. Der Artikel „Ein eingeschobener Nebensatz …“, von dem ich mir gerade wegen dieser eingeschobenen Nebensätze ein paar Tipps erhofft habe, behandelt aber Appositionen. Ist mein Wissen inzwischen veraltet oder bin ich nur zu penibel? Werden Nebensätze und Appositionen gleich behandelt?

    Nichtsdestotrotz finde ich Ihre Website sehr interessant und werde sie in Zukunft weiterhin besuchen.

    Mit freundlichen Grüßen

    F. Kirtz

    • Hallo Herr Kirtz,
      vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie haben natürlich vollkommen Recht – da habe ich wirklich konsequent gepennt. Ich wollte über Einschübe generell schreiben und dann passiert das. Das kommt dabei heraus, wenn man zwei Dinge gleichzeitig tut. Ich werde den Beitrag in den kommenden Tagen richtig stellen – und künftig noch eine Nacht darüber schlafen.
      Beste Grüße
      Sandra Smith