Home Deutsche Sprache, ... Gibt es das Wort „Inzahlung“?

Inzahlung
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Seit einem halben Jahr komme ich wieder deutlich öfter vor die Tür und unter Menschen, seit ich mein Home Office gegen einen „ordentlichen“ Arbeitsplatz eingetauscht habe. Zwangsläufig führt dies dazu, dass ich mich deutlich öfter mit meinen Mitmenschen und deren geistigen Ergüssen konfrontiert sehe. So fahre ich beispielsweise fast jeden Tag an einem Haus vorbei, das einen Motorradladen beherbergt. Und an diesem prangt in großen Buchstaben das Wort Inzahlung.

Nun würde ich mir niemals anmaßen, zu behaupten, dass ich alle Wörter und Fremdwörter kenne, die unsere Sprache zu bieten hat. Doch kann ich nicht sagen, dass ich das Wort Inzahlung jemals gehört hätte. Ich kenne eine Inzahlungnahme, sicher. Aber ohne den Zusatz „-nahme“ ist mir dieses Wort noch nicht untergekommen.

Am Anfang dachte ich noch, dass vielleicht ein „E“ davor abgebröckelt sein könnte. Doch kann ich dies ausschließen, da das „I“ eindeutig großgeschrieben ist und sich dadurch vom Rest des Wortes unterscheidet. Und warum sollte man bei einem Motoradladen Einzahlungen vornehmen können?

Ich machte mich also auf die Suche.

Inzahlung oder nicht Inzahlung?

Und siehe da: Das Wort Inzahlung ist nicht in unserem Duden enthalten. Weder als Substantiv noch als Verb. Denn auch wenn wir etwas in Zahlung geben, schreiben wir dieses Wort auseinander.

Die Beschriftung auf dem Haus ist damit sprachlich falsch. Zumindest noch. Denn mal abwarten, wann dieses Wort als sprachliche Erleichterung geduldet und schlussendlich zugelassen wird.

Inzahlung und Bewerbe

Ein ähnliches Phänomen ist für mich das Wort „Bewerbe“ als Kurzform für Wettbewerbe. Sportler verwenden das ständig in Interviews und mir wird regelmäßig übel, wenn ich das höre. Ganz furchtbar. Der Duden kommentiert hierzu: Sport österreichisch. Das ist der erste Schritt in Richtung Akzeptanz. Und damit ist das Wort Bewerbe sicherlich nicht mehr lange eine Modeerscheinung, sondern bald fester Bestandteil unserer täglichen Kommunikation. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn der Imperativ „bewirb dich!“ gänzlich ausstirbt – bei dieser Dauerbeschallung.


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