Home Grundlagen der PR PR erfordert Zeit und kostet Geld

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„Ja, natürlich“, höre ich bei dieser Überschrift viele von Ihnen sagen. Diese schnelle Einsicht schreibe ich der Tatsache zu, dass Sie höchstwahrscheinlich ein Mensch sind, der sich in PR-Kreisen bewegt oder sich zumindest für dieses Metier interessiert. Damit wissen Sie, wie viel Arbeit PR machen kann und dass es diese Leistungen selbstverständlich nicht gratis gibt. Vor allem, wenn man es richtig machen will. Doch die meisten Menschen außerhalb unseres kleinen Kosmos wissen das nicht – was zwangsläufig zu einer Diskrepanz bei den Erwartungen führt.

Ein Kleinunternehmer hat erkannt, dass er Öffentlichkeitsarbeit betreiben muss, wenn er weiter wachsen will. So schön, so gut. Nun gibt es drei mögliche Herangehensweisen:

1. Die naive Herangehensweise

Der Kleinunternehmer will für die PR niemanden extra einstellen, denn schließlich „hatten wir alle ja in der Schule Deutsch und wissen, wie man einen Text schreibt“. Und das bisschen Journalisten-Umgarnen kann die Sekretärin nebenher machen.

Es ist wohl jedem klar, dass das nicht funktionieren wird. Denn ein Aufsatz in der Schule ist nicht mit einer Pressemitteilung oder einem anderen PR-Text vergleichbar. Und die Sekretärin wird sich bedanken, wenn sie neben ihren eigenen Aufgaben, auch noch PR-Blödsinn mitmachen muss.

Die Folge: Das Projekt „PR für unser Unternehmen“ stirbt nach wenigen Wochen mangels Beteiligung, Enthusiasmus, Expertenwissen, Budget und Zeit.

2. Die dreiste Herangehensweise

Der Kleinunternehmer weiß, dass er intern keine Ressourcen für die PR freimachen kann. Entsprechend holt er sich Hilfe von außen. Ein freier PR-Berater oder eine Agentur sollen es richten. Dabei will der Kleinunternehmer das volle Programm: wöchentlich eine Pressemitteilung, eine tolle neue Website mit stets aktuellen Inhalten. „Dieses Social Media brauchen wir auch“, am besten Facebook, Twitter, Google+ und was sonst noch so wichtig ist. Und selbstredend muss ein Verteiler aufgebaut, gepflegt und aktuell gehalten werden.

Das ist ja nicht so viel, gerade einmal das Mindestmaß, das man heutzutage erfüllen muss. Kann ja nicht lange dauern. Und daher auch nicht viel kosten. Ein Budget auf Mini-Job-Niveau reicht da locker aus.

Ein klassischer Fall von: Denkste!

3. Die Herangehensweise mit Weitblick

Der Kleinunternehmer stellt einen eigenen PR-Verantwortlichen ein – und zwar jemanden, der sich in dem Bereich schon richtig gut auskennt und sich das alles nicht frisch selbst beibringen muss. Dieser kann sich seinen gesamten Arbeitstag lang auf die Außenwirkung des Unternehmens konzentrieren, fühlt sich geschätzt sowie ausreichend entlohnt, ist motiviert und kann mittelfristig zu einem größeren Unternehmenserfolg beitragen.

Oder der Kleinunternehmer vergibt den Auftrag an eine Agentur, die weiß, was sie tut und ihm vor allem ehrlich sagt, welche Leistungen er für sein Budget bekommt und welche Resultate damit möglich sind. Die Agentur greift nicht einfach das Budget ab, das der Kleinunternehmer aufbringen kann, und schraubt dann im Hintergrund ihre Leistungen herunter. Vielmehr sagt sie ihm, was für das Budget möglich ist und mit welchen Mehrkosten der Kleinunternehmer rechnen muss, wenn er mehr will. Und sie zeigt einen Zeithorizont auf, an dem er mit Ergebnissen der Arbeit rechnen kann.

Der Unternehmer ist im Gegenzug jedoch genauso fair und bohrt nicht nach Auftragserteilung einseitig die Aufgabenliste auf. Frei nach dem Motto: „Ich bezahle denen so viel, da können sie die paar Sachen ruhig noch mitmachen.“

Das sind alles keine Neuigkeiten und eigentlich sollte es im Geschäftsleben immer fair und ehrlich zugehen. Warum ich diesen Artikel trotzdem geschrieben habe? Weil ich im vorherigen Satz das Wort „eigentlich“ einbauen musste.