Home Deutsche Sprache, ... Das Wort des Jahres 2013: GroKo

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Am Freitag war ich unterwegs, jedoch möchte ich es nicht versäumen, mich nachträglich zum Wort des Jahres 2013 zu äußern. Nach dem umstrittenen Wort des Jahres 2012 unterstrich die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) dieses Jahr, dass nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks entscheidend sei. Vielmehr stünden seine Signifikanz bzw. Popularität bei der Wahl im Vordergrund. Was im vergangenen Jahr mit „Rettungsroutine“ nicht gelungen ist, klappte in diesem Jahr mit der „GroKo“ etwas besser – aber nicht viel.

Die GfdS begründete ihre Entscheidung für „GroKo“ folgendermaßen:

„Wort des Jahres 2013 ist GroKo. Das Kurzwort, meist mit dem auffälligen großen „K“ im Wortinneren, steht für die neue „Große Koalition“. Das Thema hat das Wahljahr beherrscht. Das Wort zeigt in seinem Anklang an „Kroko“ bzw. „Krokodil“ eine halb spöttische Haltung gegenüber der sehr wahrscheinlichen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene und hat die Presse bereits zu neuen Bildungen wie GroKo-Deal animiert.“

Die Wahl dieses Wortes kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen, da es erst gegen Jahresende aufkam und meiner Ansicht nach keineswegs das Wahljahr beherrschte. Schließlich regierte vorher die Ausschließeritis (Platz 6 bei der diesjährigen Wahl). Der NSA-Skandal mit all seinen neuen Vokabeln war meiner Ansicht nach sehr viel prägender als die GroKo. Doch wieso sollte die GfdS diesem Skandal mehr Beachtung schenken als die Bundesregierung – und leider auch die meisten Menschen hier in diesem Land?

Daher bekommen wir nun die süße, kleine GroKo als Wort des Jahres. Und die hässliche, große Schwester als Regierung für die nächsten vier Jahre. Denn jedes Volk hat die Regierung und das Wort des Jahres, die bzw. das es verdient. (Bitte denken Sie sich an dieser Stelle ein Augenzwinkern dazu!)

Die Plätze 2 bis 10 bei der Wahl zum Wort des Jahres 2013

  • Platz 2: Protz-Bischof (Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst infolge der Verschwendung beim Bau seines neuen Amtssitzes)
  • Platz 3: Armutseinwanderung (Einwanderung aus Krisengebieten und armen Ländern in wohlhabende Länder)
  • Platz 4: Zinsschmelze (sinkende Sparzinsen infolge der EZB-Maßnahmen)
  • Platz 5: Big Data (Überwachen, Zusammentragen und Zusammenführen von Daten durch Geheimdienste)
  • Platz 6: Ausschließeritis (wenn Parteien schon vor den Wahlen bestimmte Bündnisse ausschließen)
  • Platz 7: Generation Sandsack (junge Menschen, die Katastrophenhilfe über Social Media koordinieren)
  • Platz 8: Ausländermaut (Autobahnmaut, die Inländer nicht zusätzlich belasten soll)
  • Platz 9: falsche Neun (Spielweise im Fußball ohne klassischen Mittelstürmer)
  • Platz 10: Freund hört mit (Mithöraktionen der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste)

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