Home Neudeutsch für Anfänger Hilf mir mal beim Screenen! Wobei?

Proof of Concept
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„Bevor wir noch mehr Zeit in dieses Produkt investieren, müssen wir erst einmal den Markt screenen.“ Wer an dieser Stelle zustimmt, muss diesen Beitrag nicht lesen. Wer sich jedoch fragt, was denn bitteschön „screenen“ bedeutet, ist hier goldrichtig. Auch wenn viele Manager wild mit dieser Vokabel um sich werfen, dürfte sie den meisten Menschen weiterhin unbekannt sein. Daher folgt nun eine kurze Aufklärung.

Das Wort „screenen“ hat nicht viel zu tun mit dem englischen Bildschirm, der schon als „Flatscreen“ Einzug in den deutschen Sprachalltag gehalten hat. Vielmehr geht es auf das englische Verb „to screen“ zurück, was übersetzt bedeutet: überprüfen, filtern oder durchleuchten.

Bei dem eingangs erwähnten Produkt wird also schlicht geprüft, wie dessen Chancen auf dem Markt sind. Gibt es ähnliche Produkte? Wie groß wäre die mögliche Zielgruppe? Ist diese schon reif für das neue Produkt? Und so weiter. Die Manager überprüfen also den Markt, durchleuchten ihn und filtern die Informationen, die sie dazu haben.

Leider gibt es den FTD-Businesstalk nicht mehr, der in seiner gewohnt bissigen Art noch Folgendes zum Wort „screenen“ anmerkte:

Merke: Sagen Sie nie „prüfen“, sondern immer „screenen“. Denn wenn es Fehler gibt, können Sie immer noch sagen: „Genau geprüft haben wir das natürlich nicht, wir haben das nur gescreent.“ (Quelle: Bitte asapst mailden, sonst Bottleneck*)

Sicherlich ein Einwand zum Schmunzeln – doch würde ich mich nicht drauf verlassen, dass ich mit dieser Ausrede durchkomme.

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