Home Einfach schön schreiben Verben austauschen, wechseln, variieren – zwei gute Gründe

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In einem früheren Beitrag hatte ich darüber geschrieben, wie man die Zeichen, Silben und Sekunden zwischen zweigeteilten Verben reduzieren kann. Damals hatte ich mein Augenmerk darauf gelegt, einen langen Satz in zwei kurze zu verwandeln. Doch gibt es einen weiteren Weg, den wir alle kennen, jedoch allzu häufig vergessen: Synonyme. Hierbei rede ich nicht von Synonymen für Hauptwörter, denn diese sind in den meisten Fällen schlecht und daher zu vermeiden. Ich rede von einer abwechslungsreichen Sprache, die sich durch schöne Verben auszeichnet.

Kreativität & Leselust

Wenn wir von Michael Schumacher schreiben, sollten wir ihn nicht den Kerpener nennen, Formel-1-Weltmeister oder Rennfahrer. Genauso wenig empfiehlt es sich, eine schöne Frau noch schöner machen zu wollen durch zusätzliche Adjektive wie hinreißend, strahlend, hübsch, gut aussehend usw. Im ersten Fall wird unser Text schnell unverständlich, denn irgendwann weiß niemand mehr, von wem wir überhaupt reden. Im zweiten Fall bauschen wir unseren Beitrag auf und langweilen damit unsere Leser.

Doch während Synonyme in diesen Fällen schädlich sein können, sind sie bei Verben durchaus gewünscht. Denn hier sorgen Sie für Abwechslung und Lesefreude. Sie vermitteln Emotionen, zeichnen detaillierte Bilder und bewerten ohne langwierige Erklärungen:

  1. Am Samstagmorgen ging/lief/schlenderte/spazierte/hüpfte/rannte/stolzierte/schlurfte/schlich der Mann die Straße entlang.
  2. Die NSA überprüft/filtert/durchsucht/filzt/durchstöbert/scannt all unsere Internet-Daten.
  3. Die Bundeskanzlerin verabschiedete sich/ging/fuhr/entschwand/verkrümelte sich/floh in die Sommerferien.

Zweigeteilte Verben umgehen

Doch eine bunte Auswahl an Verben führt nicht nur zu Sprachwitz und Leselust, sondern kann helfen, zweigeteilte Verben zu vermeiden. Beste Beispiele hierfür sind die Wörter darlegen, beibehalten, hinweisen, darstellen usw.

  1. Er legte seine Beweggründe dar. >>> Er schilderte seine Beweggründe.
  2. Er behält seine Arbeitsweise bei. >>> Er arbeitet weiter wie bisher.
  3. Er wies ihn auf seinen Fehler hin. >>> Er erklärte ihm seinen Fehler.
  4. Er stellte sein Problem dar. >>> Er benannte sein Problem.


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