Home Deutsche Sprache, ... 15 Jahre Rechtschreibreform: Mein Fazit und ein Vorschlag

Print Friendly

15 Jahre schlagen wir uns jetzt schon mit ihnen herum: den Folgen der Rechtschreibreform. Einfacher sollte alles werden. Schüler sollten sich alles schneller merken können, für Erwachsene sollte sich der Alltag erleichtern. Pustekuchen! Seit 15 Jahren weiß niemand mehr, ob einem die heutigen Kinder leidtun oder Leid tun sollen, ob man Wörter zusammen schreibt oder zusammenschreibt und welche Reform nach der Gegenreform nun gültig ist. Mein Fazit und eine mögliche Lösung.

Täglich habe ich mit der deutschen Sprache zu tun. Ich schreibe Blogartikel, Pressemitteilungen, Geschäftsberichte, Redemanuskripte und vieles mehr. In meinen täglichen Deutsch-Tipps auf Twitter versuche ich ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen. Doch mache ich mir keine Illusionen: Das ist ein Kampf gegen Windmühlen!

Sogar Interessierte verlieren den Überblick

Warum ich mir da so sicher bin? Ich sehe es an mir selbst. Täglich beschäftige ich mich mit der deutschen Sprache: Trotzdem stehe ich manchmal da wie der Ochs vorm Berg. Schreibt man das nun zusammen oder auseinander? Ist das groß oder klein? Und verträgt das Wort Mayonnaise tatsächlich ein Ä? Ständig muss ich im Duden blättern oder im Internet recherchieren. Denn ich kann mir einfach nicht merken, ob ich nun eine Ausnahme vor mir habe oder ob diese Ausnahme mittlerweile eine Ausnahme von der Ausnahme ist.

Schon damals mussten wir alle, dass die Rechtschreibreform mehr Chaos verursachen als Probleme lösen würde. Lehrer und Literaten schlugen die Hände über den Köpfen zusammen. Nur die Initiatoren waren sich sicher, dass nun alles besser würde. Doch sie haben sich geirrt.

Wie ein Bericht im heute-journal am vergangenen Donnerstag zeigte, geht es mit unserer deutschen Rechtschreibung bergab. Zu viele Ausnahmen, zu viel Durcheinander und zu viel Inkonsequenz sorgen dafür, dass niemand mehr einen Pfifferling auf die deutsche Sprache gibt. In SMS, auf Twitter und in Facebook wurde die Großschreibung ohnehin schon fast vollständig abgeschafft – was ich persönlich noch nicht einmal das Schlimmste finde.

Brauchen wir tatsächlich diese komplizierte Großschreibung?

Die konsequente Abschaffung der Großschreibung würde unserer Sprache sogar gut tun, wie ich finde. Die Großschreibung ist eine unnötige Fehlerquelle, die es Ausländern erschwert, die deutsche Sprache zu lernen, und auch deutschen Schülern so einige Probleme bereitet. Warum also nicht einmal eine richtige Reform, die diesen Namen auch verdient?

Das Reförmchen von vor 15 Jahren kann infolge der schlechten Rechtschreibung unserer Schüler und Erwachsenen wohl nur als Misserfolg eingestuft werden. Doch anstatt wieder alles zurückzudrehen, könnten wir die Chance beim Schopf zu packen und für eine wirkliche Vereinfachung der deutschen Sprache sorgen. Lasst uns dem Beispiel der Engländer folgen und nur noch Eigennamen groß schreiben! Das wäre eine tatsächliche Erleichterung und würde mit einem Schlag sehr viele Probleme lösen. Doch habe ich so das Gefühl, dass es für eine solch mutige Reform zu wenige mutige Reformer gibt.


3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Was hast Du erwartet? Es waren Politiker am Werk = Mangelndes Wissen kompensiert man durch eine „straffe Haltung“!

  2. Einen Vorteil hat die Rechtschreibreform, ich kann meine Schreibfehler „teilweise“ darauf abwälzen :-).
    Ist es überhaupt ein Schreibfehler oder schreibt man das so?
    Im privaten bereich habe ich die „ich schreib alles klein“ Reform schon längst eingeführt. Beschwert hat sich noch keiner, im gegenteil meistens kommt die antwort im selben reformstil zurück.