Home Neudeutsch für Anfänger Due Diligence: Drum prüfe, wer sich in großem Umfang bindet

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Der heutige Begriff in der Kategorie „Neudeutsch für Anfänger“ kommt glücklicherweise nicht allzu oft in unserem Büroalltag vor – es sei denn, man hat viel mit Fusionen und Akquisitionen zu tun. Dennoch erscheint es mir wichtig, den Begriff „Due Diligence“ zumindest schon einmal gehört zu haben, denn für manche Berufsgruppen ist er enorm wichtig.

Im Englischen hat eine Due Diligence verschiedene Bedeutungen. So kann man sie im juristischen Jargon mit „Sorgfaltspflicht“ übersetzen. In der eingedeutschten Version ist jedoch zumeist die „Kaufprüfung“ bzw. „Prospektprüfung“ gemeint. Diese führt ein Käufer durch, bevor er sich z. B. an einem Unternehmen beteiligt.

Im Gabler Wirtschaftslexikon heißt es hierzu in der Kurzerklärung: Eine Due Diligence ist eine „sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens, insbesondere im Hinblick auf seine wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse, die durch einen potenziellen Käufer eines Unternehmens vorgenommen wird.“

Man kann schon erahnen, dass es sich hierbei um ordentliche Beträge handelt. Kein Mensch wird wohl eine Due Diligence durchführen, wenn er drei Aktien der Telekom erwirbt. Wenn sich jedoch ein Großinvestor einkaufen will, prüft dieser vorher die Finanzen des Unternehmens. Er lässt feststellen, ob rechtlichen Fallstricke sein Engagement gefährden könnten und prüft, ob das Management etwas taugt. Bei einer Due Diligence wird jeder kleine Kiesel umgedreht, denn der Käufer will sich so weit wie möglich absichern und sein Geld in guten Händen wissen.

Jetzt wissen Sie, was eine Due Diligence ist. Sollten Sie diesen Begriff niemals in Ihrem Berufsleben brauchen, können Sie immer noch Ihren Freundes- und Bekanntenkreis schockieren. So könnten Sie zum Beispiel auf der nächsten Grillparty zu Ihrem Gastgeber sagen: „Schöner Grill! Ich hoffe, du hast das Produkt einer gründlichen Due Diligence unterzogen. Nicht dass es dir irgendwann um die Ohren fliegt.“ So macht man sich Freunde! 😉


3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Schöner Artikel.
    Das ist ein interessantes Thema. Unternehmen stehen bei M&A-Deals vor einem Dilemma. Von der Technik hängt der Kaufpreis ab, doch zu viel Offenheit ist gefährlich. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/technical-due-diligence-riskanter-einblick/ ]
    Die Angst vor Industriespionage ist groß. Deshalb dauert dieser Prozess oft sehr lang. Der Käufer muss hier natürlich Geduld haben. Potenzielle Käufer werden oft ungeduldig, wenn Sie keine Auskunft bekommen, und springen ab.

    Gruß,
    W.

  2. Sehr schön erklärt. 🙂
    Due Diligence ist ein Begriff, der bei einer Unternehmensübernahme nie fehlen darf. So wurde es auch immer von Investoren aufgenommen und es wurde viel Geld in diese Prüfung investiert. Doch momentan bekommt der Trend ein Wandel. Es wird immer weniger Geld in diese Prüfung investiert. Doch hier ist sparen nicht die richtige Entscheidung. Zu diesem Wandel habe ich kürzlich ein Artikel gelesen, der sehr interessant ist. Hier ist der Link, falls Interesse besteht: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/ma-deals-unternehmen-scheuen-hohe-kosten-bei-due-diligence/
    An dieser Stelle Kosteneinsparungen zu erzielen ist der falsche Ansatz. Denn bei einem Unternehmenskauf kauft man das ganze Unternehmen. Sollte sich Leichen im Keller befinden, kauft man auch die mit. Das könnt im Nachhinein sehr teuer werden. Meiner Meinung nach sollte man hier eher mehr Geld in die Hand nehmen als zu wenig, denn später wird’s teuer.

    Gruß