Home Grundlagen der PR Anzeigenschluss, Druckunterlagenschluss und genervte Journalisten

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Unternehmen wollen in Zeitungen und Zeitschriften erwähnt werden. Am besten kostenlos, wenn eine Zeitung ihre Pressemeldung aufgreift oder der Chef seine Expertenmeinung kundtun soll. Dies ist der Königsweg. Doch zeigt die Praxis, dass sie oft Anzeigen kaufen müssen, um auch im redaktionellen Teil Fuß zu fassen. Auch aus diesem Grund sollte man meinen, dass Pressearbeiter mit den Begriffen „Anzeigenschluss“ und „Druckunterlagenschluss“ etwas anfangen können. Doch hat Wissen leider oft nichts mit Handeln zu tun.

Der Unterschied zwischen Anzeigenschluss und Druckunterlagenschluss

Am so genannten Anzeigenschluss sollten alle gebuchten Anzeigen bei der Zeitung oder Zeitschrift vorliegen. Die Zeitung sieht dann, ob die Anzeigen der gewünschten Qualität entsprechen und ob tatsächlich alle Buchungen eingehen. Sie kann diese Seiten schon einmal setzen und später den redaktionellen Teil passend einbauen.

Der Druckunterlagenschluss ist indes der Termin, an dem alle Elemente der Zeitung vorliegen müssen. Die Zeitung soll zu diesem Zeitpunkt fertig sein – danach folgen Qualitätsprüfung, Reinzeichnung und der Druck. Damit ist der Druckunterlagenschluss eine recht finale Angelegenheit. Sollte man meinen.

„Die sind ja auf uns angewiesen“

Manche Pressearbeiter sehen die Sache nicht so eng: „Wenn die sagen, dass der Text am 12. da sein muss, reicht auch noch der 15. Die müssen unseren Beitrag auch später annehmen, schließlich bezahlen wir denen eine Anzeige. Die sind ja auf uns angewiesen.“ Tatsächlich habe ich solche Aussagen schon zuhauf gehört. Und tatsächlich kamen unsere Texte trotz Verspätung ins Heft. Denn viele Zeitungen haben einen Spielraum für derartige Kandidaten eingebaut. Doch sollte man diesen auch nutzen?

Ich bin der Ansicht: Nein! Denn Hochmut kommt vor dem Fall. Sicherlich mögen Zeitungen von ihren Anzeigenkunden abhängig sein. Doch kann man sich nicht wie der große Gönner aufspielen und auf der anderen Seite erwarten, dass einem die betroffenen Journalisten vertrauen.

Ein Geben und ein Nehmen

Wer mit Geld um sich wirft, hat einen gewissen Spielraum. Doch der endet dort, wo das Geld aufhört und die Sympathie beginnt. Wir halten uns nicht an Termine und andere Absprachen und kommen damit durch? Fein! Doch der Journalist wird sich seinen Teil dazu denken und die arroganten Presseleute der ABC-AG schnell in eine Schublade stecken. Und wen ruft er an, wenn er eine kurze Expertenmeinung für einen ganz anderen, freien Artikel will? Die ABC-AG, die ihn ewig warten lässt und ihm dann noch Vorschriften machen will? Oder die XYZ-AG, die ihm sofort antwortet und sich noch drei Mal bedankt, weil er an sie gedacht hat?

Wer eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung zu einem Journalisten aufbauen will, muss sich an Absprachen halten und pünktlich liefern. Denn Pünktlichkeit ist eine Form des Respekts. Und jede geschäftliche Beziehung sollte auf Respekt beruhen und ein Geben und Nehmen sein.


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