Home Grundlagen der PR Social Media: Was muss, was kann?

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„Heutzutage MUSS einfach jedes Unternehmen in den sozialen Medien vertreten sein! Denn: Wer online nicht stattfindet, findet bald gar nicht mehr statt.“ Dies ist mittlerweile eine verbreitete Meinung und sicherlich steckt eine große Portion Wahrheit in dieser Aussage. Doch kann man diesen Grundsatz nicht wahllos auf jedes Unternehmen anwenden. In manchen Fällen mag es sinnvoll sein, die gesamte Bandbreite der Social Media auszuschöpfen. In anderen reicht vielleicht ein Facebook-Account oder gar nur die Website. Was ist Pflicht – und was nur Kür?

Prio 1 – Nicht Social Media, aber unabdingbar: Die eigene Website

  • Uns gibt es seit 30 Jahren an dieser Stelle. Unsere Kunden wissen, wo sie uns finden.
  • Wir leben ausschließlich von Empfehlungen und brauchen keinen neumodischen Schnickschnack.
  • Bis jetzt sind wir gut ohne das Internet ausgekommen – das wird auch so bleiben.

Laptop1So oder ähnlich äußern sich konsequente Internet-Verweigerer. Diese haben keine eigene Website, geschweige denn ein Facebook- oder Twitter-Konto. Es sind alteingesessene Metzger, Handwerker und Floristen, die sich auf eine beträchtliche Anzahl an Stammkunden verlassen können, schon lange im Geschäft sind – und ein entsprechendes Alter erreicht haben.

Ich bin mal ganz offen: Dieser Klientel müssen wir keine sozialen Medien mehr aufschwatzen, denn sie arbeitet ohnehin schon stramm auf die Rente zu. Mit Facebook, Twitter und Co. will sie nichts zu tun haben und ab einem bestimmten Punkt muss man das einfach respektieren.

Worum diese Metzger, Handwerker und Floristen aber trotzdem nicht herumkommen, ist ihre eigene Website. Und sei es nur, damit jüngere Kunden kurz im Internet gucken können, bis wann der Laden geöffnet ist. Denn auch jüngere Menschen sind potenzielle Kunden. Diese informieren sich immer öfter im Netz – und kommen sicherlich nicht wieder, wenn sie zwei Mal vor verschlossener Tür standen.

Prio 2 – Langsames Herantasten mit einem Unternehmensblog

Eine Website ist der erste Schritt in die Welt des WWW. Der zweite ist ein eigenes Blog – oder nennen wir es eine Seite, auf der man Neuigkeiten für seine Kunden bereitstellt. Die Kunden können diese kommentieren, Fragen stellen und sogar einen Newsletter abonnieren, der sie automatisch auf dem Laufenden hält.

Der Vorteil eines Blogs: Das Unternehmen ist hier Hausherr und kann ganz wüste Kommentare im Zweifelsfall auch einmal löschen. Dies sollte nicht die Regel werden, denn schließlich muss ein Blog authentisch sein. Doch erleichtert diese Möglichkeit bestimmt einigen Unternehmern ihre Entscheidung.

Prio 3 – Erster Einstieg mit einer Facebook-Seite

Driver's SeatFacebook ist allseits bekannt und gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Social-Media-Konzepts. Ich möchte fast sagen: Wer nicht auf Facebook ist, braucht auch nicht in einem der anderen Netzwerke mitzumischen.

Die Plattform profitiert vor allem von einer Tatsache: Menschen sind eitel. Die einen mehr, die anderen weniger. Trotzdem lege ich meine Hand dafür ins Feuer, dass sich jeder Unternehmer über 100 … 1.000 … 5.000 Fans auf seiner Facebook-Seite freut. Zumal nur die Fans gezählt werden und es keinen „Gefällt mir nicht“-Knopf gibt.

Dennoch ist zu beachten: Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, macht sich angreifbar. Denn eine Unternehmensseite auf Facebook nützt nur dann etwas, wenn Fans und andere Leute mitmachen können. Entsprechend bieten Unternehmen eine Plattform für Lob und Anregungen – jedoch auch für Kritik oder Beschimpfungen. Dieses Risikos muss man sich immer bewusst sein, wenn man diesen Schritt wagt.

Daneben reicht es nicht aus, einfach ein Facebook-Profil anzulegen und es dann sich selbst zu überlassen. Der Auftritt muss mit Leben gefüllt und Fragen müssen beantwortet werden, so dass Kunden gerne und immer wieder auf die Seite kommen. Diese Arbeit ist nicht zu unterschützen und sollte strategisch geplant und konsequent durchgezogen werden.

Prio 4 – Ähnlich und doch ganz anders: Google+

Ich gebe zu, mit Google+ habe ich immer noch so meine Schwierigkeiten. Keiner meiner Bekannten ist dort vertreten und nur eine Handvoll Geschäftspartner. Dennoch ist diese Plattform längst nicht so trostlos, wie gemeinhin behauptet wird. Daher könnte sie sich für das eine oder andere Unternehmen durchaus lohnen.

Den Zeitaufwand würde ich ähnlich einschätzen wie bei Facebook und auch dieses Netzwerk lebt vom Hinzufügen, Teilen, Kommentieren und „Gefällt mir“-Drücken – selbst wenn das in diesem Fall ein „+“ ist.

Dass der Bäcker an der Ecke Google+ braucht, wage ich zu bezweifeln. Mediendienstleister, Agenturen und andere internetaffine Branchen kommen jedoch nicht um Google+ herum.

Prio 5 – Munteres Zwitschern auf Twitter

befruchtenMeine bereits zitierten Metzger, Handwerker und Floristen brauchen Twitter ganz sicher nicht. Jedoch ist diese Plattform etwas für Menschen, die sich immer aktuell informieren und ungezwungen Geschäftskontakte aufbauen wollen. Vor allem Schreibtischarbeiter können Twitter nebenbei erledigen, wobei „nebenbei“ nicht auf die Art der Vorbereitung abzielt. Vielmehr muss man diesen Kanal mehrmals täglich bedienen, weshalb die Twitter-Kommunikation meist parallel zur eigentlichen Arbeit erfolgt.

Im Einzelfall nützlich – Youtube, Pinterest, Instagram, Xing, LinkedIn

Daneben darf man sich weiterer Netzwerke bedienen, sofern man die passenden Inhalte liefern kann. Ein kleines Unternehmen, das Videoschnitte anbietet, sollte Proben seiner Arbeit auf Youtube präsentieren. Ein Restaurant kann schmackhafte Bilder auf Pinterest oder Instagram teilen und so neue Kunden anlocken. Und jeder Einzelunternehmer muss auf Xing oder LinkedIn zu finden sein.

Zwei Grundsätze für alle Arten der Social Media

2 Kommentare für diesen Artikel
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