Home Einfach schön schreiben Gründe warum ich manche E-Mail-Anfragen einfach lösche

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Ab und an raffe ich mich auf und beantworte die Anfragen, die mich per E-Mail erreichen. Denn obwohl ich generell nicht an Linktauschen interessiert bin, gebührt es doch der Anstand, dass ich ablehne – zumindest bei den höflichen Anfragen. Jedoch opfere ich meine wertvolle Zeit nicht für jeden dahergelaufenen, unhöflichen und anonymen Hanswurst.

Manchmal ist es schon eine Unverschämtheit, was einem in den Posteingang flattert. Wenn ich solche Briefe oder E-Mails schreiben würde, könnte ich meinen Laden gleich zumachen. Und das zu Recht. Denn die einfachsten Formen der Höflichkeit und des Respekts sollte man schon an den Tag legen. Schließlich ist es in den meisten Fällen der Absender, der etwas vom Adressaten will.

Aus diesem Grund schaue ich bei eingehenden E-Mails vor allem auf folgende Dinge:

  1. Hat sich der Absender die Zeit genommen, kurz in mein Impressum zu sehen? Direkte Ansprache oder „Sehr geehrte Damen und Herren“?
  2. Stellt sich ein privater Blogger mit seinem vollständigen Namen vor und hat er zumindest seine Website genannt?
  3. Schließt die E-Mail eines kommerziellen Anbieters mit einer vollständigen Signatur ab?
  4. Erscheint der Text in einem einheitlichen Format oder kann ich die zusammengestückelten Textbausteine erkennen?
  5. Ist der Ton nett und höflich oder patzig und genervt?
  6. Spricht mich der Absender womöglich in Englisch an?

Wie man sieht, muss eine E-Mail nicht viele Kriterien erfüllen, damit ich sie mir durchlese und beantworte. Mir ist sogar egal, ob mich der Absender duzt oder siezt – Hauptsache er macht es einheitlich. Doch schaffen es trotzdem viele E-Mails, sofort im Müll zu landen. Hier zwei Negativbeispiele.

Sehr geehrte Damen und Herren,
bei unserer Internetrecherche nach interessanten Webseiten sind wir auf Ihre Domain aufmerksam geworden. […]
Viele Grüße sendet
X Y Z

Fehler: unpersönliche Ansprache – keine Signatur, Website oder Erklärung, wer „wir“ ist

Schönen guten Tag Frau Schwarz,
anbei versuche ich es noch einmal bei Ihnen. Ich arbeite in einer Internetagentur […]
MfG X Y Z

Fehler: gleich im ersten Satz ein Vorwurf – zu faul oder zu unhöflich, „Mit freundlichen Grüßen“ auszuschreiben – keine Signatur oder Nennung dieser ominösen Internetagentur > und der fragt sich ernsthaft, warum ich ihm nicht geantwortet habe?!

Niedlich finde ich auch E-Mails, in denen mir ganz tolle Leistungen angeboten werden. Da dürfte ich dann themenirrelevante Gastartikel mit Werbelinks veröffentlichen oder gerne eine komplette Seite einrichten, auf denen sich der andere mit seiner Werbung austoben kann. Als Belohnung für mich stünden dann Sachen an wie: „Selbstverständlich ist dieser Gastbeitrag für Sie kostenlos.“ Oder: „Diese Art der Kooperation bietet für Ihre Leser einen großen Mehrwert.“ Ein Finanzvergleich auf kommunikationsABC ist kein Mehrwert, sondern Werbung. Noch dazu für umme. Was glauben die denn bitte, mit was für einem Deppen sie es zu tun haben?

Tipps, wie man mit seinen E-Mails niemanden verärgert

  1. Sprechen Sie den Adressaten mit seinem Namen an!
  2. Seien Sie höflich!
  3. Achten Sie auf Ihre Rechtschreibung!
  4. Sagen Sie, wer genau Sie sind!
  5. Verkaufen Sie den Empfänger der Nachricht nicht für dumm!
  6. Akzeptieren Sie ein Nichtreagieren als NEIN – zumal Sie rein rechtlich gar keine E-Mail schicken dürften!

Habe ich etwas vergessen? Welche E-Mails fallen bei Ihnen durchs Raster?

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