Home Grundlagen der PR Der Unterschied zwischen Corporate News und Pressemitteilung

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Im Leben eines Pressearbeiters gibt es immer wieder Momente, in denen er Neues dazulernt oder sich an uralte Informationen erinnert. Manches Wissen vergraben wir in unserem Hinterkopf, da wir es für den neuen Job oder Kunden nicht brauchen. Von anderen Dingen haben wir nur in der Theorie gehört, sie jedoch noch nie angewandt. Und wenn sie auf einmal in der Praxis vor uns auftauchen, haben wir dann den Eindruck, als hörten wir sie zum ersten Mal.

Jahrelang hatte ich für einen Kunden die Pressemeldungen über einen Dienstleister verbreitet, bevor wir uns vor einiger Zeit einen neuen Anbieter suchen mussten. Beim alten Dienstleister waren die Kategorien klar verteilt: Alles, was keine Ad-hoc-Meldung war, war eine Corporate News bzw. Pressemitteilung. Ad-hoc-Meldungen sind Pflicht und informieren über Dinge, die Einfluss auf den Kurs der Aktie haben könnten. Pressemitteilungen bzw. Corporate News verschickt man freiwillig; der Inhalt ist dabei vollkommen egal. So weit, so gut.

Nun arbeiten wir mit einem neuen Anbieter zusammen, bei dem wir eine Flatrate für den Nachrichtenversand haben. Als ich neulich eine Pressemitteilung verschicken musste, tat ich dies, indem ich auf den Reiter „Pressemitteilungen“ klickte – ich bin halt ein Fuchs.

Ich achtete sorgsam darauf, keinen weiteren Verteiler auszuwählen, der zusätzliche Kosten verursacht. Umso erstaunter war ich, als mir mein Kunde gestern eine Rechnung weiterleitete mit der berechtigten Frage: „Ich dachte wir müssen nicht für jede einzelne Nachricht zahlen!?“

Ich war zugegebenermaßen etwas nervös. Hatte ich tatsächlich keinen anderen Verteiler gebucht? Ein Telefonat mit dem Dienstleister bestätigte mir glücklicherweise, dass ich keine kostenpflichten Zusatzverteiler ausgewählt hatte.

Der kleine, aber feine Unterschied

Google+ BlogJedoch erklärte mir der freundliche Mitarbeiter, dass ich eine Pressemitteilung verschickt habe. Danke, das weiß ich auch! Ja, aber Pressemitteilungen seien nicht in unserer Flatrate enthalten, nur Corporate News.

Im Gegensatz zu unserem alten Anbieter unterscheidet der neue also nach zwei Kategorien: Unternehmensnachrichten, die im Zusammenhang mit den Finanzen des Unternehmens stehen, und Presseinformationen für die weichen Themen.

Diese Unterscheidung ist sicherlich sinnvoll, da die beiden Nachrichtenarten unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Doch stehen bei meinen Kunden immer alle Nachrichten im finanziellen Zusammenhang, weshalb sich für uns niemals die Frage stellte, ob das nun eine Corporate News oder ein Pressemitteilung ist – zumal unser bisheriger Anbieter da auch keinen Unterschied machte.

Die Moral von der Geschicht‘

Unterm Strich ging alles glimpflich aus: Die Rechnung müssen wir kulanter Weise nicht bezahlen und für das nächste Mal weiß ich, welche Nachrichtenart ich verschicken darf. Doch hätten wir uns den Stress sparen können, wenn wir vorher einfach miteinander gesprochen hätten. Kommunikation, nicht wahr?!


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