Home Neudeutsch für Anfänger Brauchen wir die Abkürzung EoM?

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Zuletzt in dieser Rubrik hatten wir die Bedeutung der Abkürzung ETA geklärt. Heute widmen wir uns einem auf den ersten Blick ähnlichen Kürzel – doch hat EoM in seiner Bedeutung nichts mit ETA gemein.

Auf EoM stoßen wir gelegentlich im elektronischen Nachrichtenverkehr. So erscheint diese Abkürzung gerne in E-Mails: nach der Abschlussformel, anstatt der Abschlussformel oder sogar in der Betreffzeile. In allen Fällen bedeutet EoM ausgeschrieben End of Message, übersetzt also Ende der Nachricht.

Grundlegender Gedanke ist, dem Empfänger der Nachricht Zeit zu sparen, so dass er im Textfeld nicht vergeblich nach weiteren Informationen sucht. Im deutschen Schriftverkehr erscheint dies jedoch etwas überflüssig, da mit der Abschlussformel das Ende der Nachricht durchaus gut gekennzeichnet ist.

Die Abkürzung EoM ist daher…

  • nach der Abschlussformel überflüssig
  • anstatt der Abschlussformel meiner Ansicht nach unhöflich
  • in der Betreffzeile noch viel unhöflicher.

Ich bin der Meinung, dass grundlegende Umgangsformen immer gewahrt werden sollten. Daher fange ich jede E-Mail mindestens mit einem „Hallo XYZ“ an und schließe sie mindestens mit „Viele Grüße, Sandra“ ab. Sicherlich kann man bei regem E-Mail-Verkehr auch mal direkt und ohne Anrede antworten. In solchen Fällen könnte auch ein EoM nützlich sein. Doch für gewöhnlich reicht der herkömmliche Aufbau einer E-Mail aus.

Noch ein Gedanke zu EoM in Betreffzeilen

Wer eine Nachricht einzig in die Betreffzeile packt, zeigt dem Empfänger meiner Ansicht nach, dass er nicht besonders viel von ihm hält: „Du bist mir nicht wichtig genug, dass ich dir eine richtige E-Mail sende.“ Mit diesem Unterton kommen solche Nachrichten zumindest bei mir an. Aus diesem Grund finde ich es weniger schlimm, wenn jemand meinen Geburtstag vergisst, als wenn ich eine leere E-Mail mit der folgenden Betreffzeile erhalte: „Alles Gute zum Geburtstag. EoM.“ Und für so eine Unhöflichkeit muss man sich dann auch noch bedanken.


5 Kommentare für diesen Artikel
  1. Frau Schwarz, wer schreibt „EOM“ hinter eine Geburtstagsmail? Ihre Meinung ist offensichtlich rein aus Sicht vom Kommunikationsstil entstanden. Es fehlt mir, dass Sie keine der wirklich guten Gründe für „EOM“ ansprechen. Im Projektmanagement, zum Beispiel, verlieren wir extrem viel Zeit wenn wir jede Mail aufmachen müssen. Dazu noch die oft unangebrachten Floskeln. Kommunikation, als solche, betreibe ich mit meinem Kollegen Peter in der Mittagspause, er muss mich nicht das vierte Mal in einer Mail grüßen, die als Inhalt etwas wie „Die Post ist da“ hat . Eine E-Mail ist im Business oft nichts Persönliches, Frau Schwarz. Wir haben da ein paar wichtige Dinge miteinander vermischt, als kommunikative Gesellschaft. im Café müssen Projektmanager auf dem Mobiltelefon nun in jede der dutzenden Mails einzeln reingehen anstatt dass sie sich mit ihrem Gegenüber unterhalten. Viele Grüße.

    • Guten Abend,

      danke für diese Einblicke. Jedoch denke ich, dass Kommunikation immer persönlich ist, auch in Form einer E-Mail, und daher immer höflich sein sollte. Ein „Viele Grüße XYZ“ kostet zwei Sekunden – oder gar nichts, wenn man es in die Signatur packt. Es stört nicht, frisst kaum mehr Speicherplatz, ist ganz sicher niemals unangebracht, sondern einfach nur ein Zeichen von Respekt – der meiner Ansicht nach leider viel zu kurz kommt in der heutigen Geschäftswelt.

      Viele Grüße
      Sandra Schwarz