Home Grundlagen der PR Erkenntnisse auf dem Süddeutschen Journalistentag 2013

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Am vergangenen Samstag fand der Süddeutsche Journalistentag 2013 in Mainz statt. Vier Landesverbände hatten ins Besucherzentrum des ZDF geladen und boten Podiumsdiskussionen und verschiedene Workshops an. Vieles war nicht neu und bestätigte mich in meiner Arbeit. Anderes überzeugte mich indes, ein paar Dinge zu überdenken. Hier eine Liste mit einzelnen Splittern aus verschiedenen Forumsbeiträgen und Workshops:

  • Immer mehr Journalisten verzichten auf tiefgehende Recherchen und eine zweite Quelle und übernehmen ungefiltert die (vermeintlichen) Nachrichten anderer.
  • Kritische Berichterstattung ist wichtig – jedoch betrachten manche Journalisten den Gegenstand ihrer Berichte als Feind und verurteilen vorschnell.
  • Die Pressefreiheit ist in Gefahr, nicht nur in Ländern wie Russland, sondern auch im Herzen Europas.
  • Die Bedingungen für Journalisten sind härter geworden: Möglichkeiten zur Recherche, Zeitdruck, Entlassungen und freie Tätigkeiten, Bezahlung u. s. w.
  • Ein freier Journalist sollte keineswegs für weniger als 200 Euro/Tag arbeiten. Nach Abzug aller Kosten entspricht dies dem „Mindestlohn“.
  • Kein Journalist oder Texter sollte einen Artikel mit 3.000 Zeichen für 80 Euro hergeben. Derartige Preise schaden dem gesamten Markt.
  • Der urheberrechtliche Schutz eines Werkes beginnt sofort mit der Erstellung.
  • Das Copyright-Zeichen hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung, sondern bestenfalls eine Hab-Acht-Funktion.
  • Neue Abmahnwelle in Bezug auf Vorschau-Bilder droht: Wenn diese aus einer Fotodatenbank kommen, ist eine Verbreitung via Facebook meist ausgeschlossen.
  • Bilder: Man darf alles fotografieren, was man von Straßen oder öffentlichen Plätzen einsehen kann (Panoramafreiheit). Personen dürfen jedoch nur Beiwerk sein.
  • Zukunftstrend: Journalismus und Corporate Publishing (CP) werden künftig auf engste Zielgruppen fokussieren.
  • Freie Journalisten müssen viel mehr Eigenwerbung machen: Corporate Identity und Elevator Pitch erarbeiten.

Den Begriff „Elevator Pitch“ werde ich am Donnerstag in der Rubrik „Neudeutsch für Anfänger“ aufgreifen.

3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Hallo Frau Schwarz,
    ich freue mich, dass Sie wichtige und meiner Meinung anch sehr gut ausgewählte Erkenntnisse des Journalistentages übrsichtlich präsentiert haben (darunter auch etwas aus meinem Wórkshop ‚Zukunft des Journalismus‘). Gefällt mir.

    Viele Grüße
    Rolf Skrypzak

    • Hallo Herr Skrypzak,

      Ihr Workshop war ja auch sehr interessant und aufschlussreich. Vielen Dank dafür!

      Viele Grüße & schöne Ostern
      Sandra Schwarz