Home Einfach schön schreiben Was tun, wenn die Inspiration ausbleibt?

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Mache Leute schneiden Haare, andere erziehen fremder Leute Kinder. Es gibt Menschen, die anderen die Zähne ziehen oder sich ihr Leben lang durch Aktenberge wühlen. Und dann gibt es Texter, Journalisten und Autoren, die den lieben langen Tag mit Schreiben, Schreiben und nochmals Schreiben verbringen. Doch was machen die eigentlich, wenn ihnen nichts einfällt?

Leider gehöre ich zu den Menschen, die nicht immer kreativ sein können. Acht Stunden intelligentes Schreiben und Erzählen bekomme ich nur selten hin. Jedoch darf ich mir nicht viele Auszeiten gönnen, denn schließlich muss ich meine Miete und die Versicherungen bezahlen. Daher habe ich mit der Zeit ein paar Tricks entwickelt, die mir über kleine Schreibblockaden hinweghelfen.

  1. Große Text-Aufgaben und kleine To-dos mischen
  2. Von morgens bis abends schreiben ist nicht mein Ding. Daher bin ich ganz froh, wenn ich ab und an ein paar andere Sachen machen darf. So starte ich den Tag mit etwas Verwaltung, checke E-Mails und den Kontostand, bevor ich mich an meinen ersten Text setze. Danach vereinbare ich Interview-Termine, laufe mal schnell zur Post oder erledige eine andere kleine Aufgabe, bevor ich mich wieder an die Redaktion mache. So habe ich genügend Abwechslung und gönne meinem Hirn kleine Auszeiten.

  3. Anfangen!
  4. Manchmal will mir einfach kein Einstieg gelingen. In diesen Fällen fange ich gerne zwischendrin an, ordne zuerst die Zitate oder schreibe die Checkliste, die in einem Extra-Kasten stehen soll. Meist führt dann eines zum anderen und mit einem Mal stecke ich mitten in der Textarbeit.

  5. Ein Endprodukt gibt es erst am Ende
  6. Das hört sich doof an! Das ist nicht verständlich genug! Igitt, das wimmelt ja von Adjektiven, Wortmonstern und Fremdwörtern! Wenn ich mit jedem Satz kämpfen muss, ergebe ich mich meinem Schicksal und schreibe erst einmal einen richtig schlechten Text. Danach redigiere ich meinen eigenen Müll – und komme doch noch in einer akzeptablen Zeit zu einem guten Ergebnis.


3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Das sind richtig gute Tipps, vielen Dank dafür. Bei mir hilft manchmal auch ganz einfach, einen Text über Nacht liegenlassen. Am nächsten Tag fließt die Logik von ganz allein, Überleitungen funktionieren, man stellt um, und schon passt alles. Hilft vor allem bei Überschriften und Einstiegen – die sind einen Tag später wie von selbst „besser“!

  2. Was ich ulkig finde, dass ich gerade in letzter Zeit Artikel zu diesem Thema finde. Vielleicht stoße ich auch deshalb drauf, weil bei mir der eine oder andere Text nicht so vorwärts gehen möchte.

    Dabei fehlt es mir weniger an einem guten Einstieg als einer sinnvollen Fortsetzung der Grundidee zu einem informierenden Text. Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich für meinen Blog mein eigener „Auftraggeber“ bin und passende Artikel zu meinem Themenblog finden muss. Da geben dann die Grundidee nicht immer so viel her, wie ich mir wünsche. Andere Artikel werden so lang, dass ich zwei draus machen muss. Leider ist mir das jetzt die letzten Monate nicht mehr passiert.

    Vielleicht liegt es auch am Wetter – und dann ist mir wiederum verständlich, dass ich die Problematik „Wie überwinde ich meine Schreibblockaden“ gerade mehrfach im Netz thematisiert finde 🙂