Home Neudeutsch für Anfänger CC oder BCC – eine Frage der Diskretion

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Man sollte es in unserer Zeit kaum für möglich halten, aber ja: Heute fühle ich mich bemüßigt, auf den weitreichenden Unterschied zwischen den Abkürzungen CC und BCC hinzuweisen. Denn wenn selbst manche professionellen Öffentlichkeitsarbeiter den Unterschied nicht kennen, scheint es großen Bedarf für eine Erklärung zu geben.

Das Kürzel CC bedeutet ausgeschrieben carbon copy und stammt aus einer Zeit, als Durchschläge und Kopien nicht ausgedruckt, sondern mit Kohlepapier angefertigt wurden. Im Computerzeitalter heißt das, dass man neben dem ursprünglichen Adressaten weitere, sichtbare Empfänger anschreibt. Dafür gibt man die E-Mail-Adressen in der dafür vorgesehenen Zeile ein. Diese heißt sinnigerweise CC.

cc

Eine E-Mail mit Empfängern in CC dient z. B. der Absicherung, frei nach dem Motto: „Ich habe dir das geschickt. Leugnen zwecklos, der Chef war in CC!“

Entgegen der öffentlichen Schwester, geben BCC-E-Mails nicht alle Adressaten preis. Der eigentliche Empfänger bleibt im Unklaren, ob und wer sonst noch die E-Mail erhalten hat. Will man jemanden auflaufen lassen, bietet sich eine blind carbon copy an. Jedoch kann man auch hehre Ziele mit BCC-Mails verfolgen. Der Schutz der Empfänger wäre solch ein Ziel. Doch dafür müsste man selbstverständlich die 586 Adressen in die richtige Zeile kopieren:

bcc

Obwohl dieses Prinzip leicht verständlich ist, gibt es immer wieder Unternehmen und Pressestellen, die all ihre Kontakte in das CC-Feld einfügen. Vielleicht ist Bequemlichkeit der Grund dafür, denn das BCC-Feld muss man meist extra öffnen. Vielleicht ist es Gleichgültigkeit gegenüber sensiblen Kontaktdaten. Vielleicht wissen die Sender jedoch nur nicht, worin sich CC und BCC unterscheiden. Im ersten Fall hilft ein Anschiss vom Chef, im zweiten ein Anschiss von einem Empfänger, im dritten dieser Blog-Artikel. 😉

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