Home Einfach schön schreiben Checkliste: Die Macht der Satzzeichen

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Ausrufezeichen, Klammern, Punkte, Kommata, Gedankenstriche und so weiter. Die deutsche Sprache verfügt über viele Satzzeichen. Manche dürfen wir in journalistischen Texten verwenden, manche sollten wir vermeiden, andere müssen wir ab und an setzen. Über ein paar Satzzeichen habe ich bereits eigene Blogeinträge verfasst. Heute gibt es eine Übersicht über gute, neutrale und böse Satzzeichen.

Gute Satzzeichen

Gedankenstrich – Wer den einzelnen Gedankenstrich sparsam einsetzt, erzeugt Spannung und fesselt den Leser an seinen Text. Mehr Informationen gibt es im Beitrag Der Gedankenstrich – immer gern gesehen.
Doppelpunkt: Einen Doppelpunkt dürfen wir verwenden, wenn er eine direkte Rede einleitet oder einen Schachtelsatz umgeht. Auch darf er stehen, wenn er zuvor Gesagtes begründet. Mehr dazu im Artikel Der Doppelpunkt: Schafft Struktur und hebt hervor.
Semikolon; Gerne vergessen wir das Semikolon. Dabei eignet es sich hervorragend, wenn ein Komma zu unverbindlich und Punkt zu final ist. Mit ihm verknüpfen wir Aussagen zu einer Einheit, ohne dass sie ihre Eigenständigkeit verlieren.
Fragezeichen? Das Fragezeichen scheint nicht sonderlich beliebt. Wir finden es kaum noch in journalistischen Texten. Dabei erfordern auch rhetorische und indirekte Fragen dieses Satzzeichen. Lassen wir es an diesen Stellen weg, stiften wir Verwirrung und verschenken ein wunderschönes Stilmittel.

Neutrale Satzzeichen

Punkt. Ohne Punkte kommen wir nicht weit. Das steht außer Frage. Doch sollten wir ab und an prüfen, ob nicht ein Doppelpunkt, Semikolon oder Fragezeichen sinnvoller wäre.
Komma, Gleiches gilt für das Komma. Bevor wir es setzen und einen Satz verschachteln, sollten wir genau überlegen. Können wir es weglassen oder wäre vielleicht ein Semikolon besser? Das Komma ist einfach, doch manchmal lohnen sich Alternativen.
Ausrufezeichen! In redaktionellen Texten ist das Ausrufezeichen unerwünscht, z. B. wenn es eine These besonders betonen soll. In Interviews darf man es zu diesem Zweck jedoch sparsam verwenden. Schließlich ist hier die eigene Meinung des Gesprächspartners gefragt.

Böse Satzzeichen

–Parenthese– In Pressetexten immer verboten, immer verwirrend und immer überflüssig sind Parenthesen, die Eltern allen Unverständnisses. Niemand – wirklich niemand – sollte der Versuchung erliegen, seinen eigenen Satz zu unterbrechen.
(Klammer) Mit Klammern quetschen wir Zusatzinformationen in einen Satz. Entweder ist diese Information so wichtig, dass sie einen eigenen Hauptsatz bekommen sollte. Oder sie ist so unwichtig, dass wir sie anhängen oder ganz weglassen können. Auf Klammern können wir jedoch immer verzichten.
Auslassungspunkte… Ich gebe es zu: Ich steh auf die drei kleinen Pünktchen. Aber ich weiß auch, dass ich sie aus journalistischen Gründen nicht setzen darf. Daher lasse ich sie in Pressemitteilungen und Zeitungsartikeln weg. Doch in meinen Blogs gönne ich mir ab und an diese drei kleinen Verschwörer. 😉


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