Home Neudeutsch für Anfänger Gibt es eine deutsche Alternative für „Brainstorming“?

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Vor elf Monaten hatte ich hier schon einmal darüber geschrieben, dass sich Büroangestellte neuerdings gegenseitig befruchten. In diesem Artikel fiel auch das Wort Brainstorming, welches ich heute etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte. Sicherlich bedarf es keiner großen Erklärung mehr – doch wäre es nicht trotzdem schöner, stattdessen ein deutsches Wort zu verwenden?

Brainstorming bei nahezu allen Fragen

Sicherlich durfte jeder Büroangestellte schon einmal an einem Brainstorming teilhaben. Bei diesem sitzen oder stehen mindestens zwei Kollegen zusammen und überlegen gemeinsam, wie sie eine Sache angehen sollten: Wie könnte ein neues Produkt aussehen? Was sollten wir zur diesjährigen Weihnachtsfeier machen? Wie schaffen wir es, dass sich alle Kollegen nach dem Klogang die Hände waschen?

Bei einem Brainstorming sammelt man alle möglichen und unmöglichen Vorschläge, ohne sie zunächst auf Machbarkeit zu überprüfen. Man sagt alles, was einem in den Sinn kommt. Ohne ein zweites Mal darüber nachzudenken. Zweck dieser Übung ist es, unkonventionelle und neue Ideen zu finden, die weit außerhalb des eigentlichen Tellerrands liegen. Keine schlechte Sache also. Doch gibt es dafür auch ein deutsches Wort?

Ist die Übersetzung eine Alternative?

Brainstorming hat nur drei Silben und entspricht damit der guten, alten Journalistenregel, wonach Wörter kurz sein sollten. Doch besagt eine andere Regel, dass Wörter verständlich sein müssen. Wie wollen wir das Brainstorming nun also nennen? Die Website leo.org liefert ein paar Möglichkeiten: Denkanstöße, gemeinsame Problemlösung, Ideenfindung, Ideenfindungsprozess oder Sammlung von Ideen. Alles richtig, aber nicht knackig genug. Wie wäre es mit Ideenrausch, Hirnfluten oder Ideensturm? Naja.

Ich fürchte, dass die deutsche Sprache den Kampf gegen Brainstorming verloren hat. Warum müssen unsere Wörter auch so viele Silben haben!?!

3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Am brainstorm muss man sich m.E. nicht abarbeiten, weil es für ihn im Deutschen eben keine Entsprechung gibt – in solchen Fällen ist ein Anglizismus sinnvoll (vgl. googeln). Ganz anders als etwa der Turnaround, den Sie in einem anderen Beitrag völlig zu Recht kritisieren.

    Für die Lösung kreativer Fragen und Ideenfindung habe ich persönlich statt des Brainstorms eine andere Methode als deutlich effektiver erlebt, weil sie den Assoziationsprozess stärker strukturiert und doch Freiraum lässt: Mindmapping. 🙂

    Auch dieser Begriff ist als Bild so stark, dass sich dafür keine deutsche Übertragung durchgesetzt hat.