Home Einfach schön schreiben Langweilige Reden durch Dialoge aufpeppen

Print Friendly

Wer eine gute Rede halten will, muss bei seinen Zuhörern ein Kino im Kopf auslösen. Das geht durch eine bildhafte Sprache, kleine Geschichten und Anekdoten und jede Menge Fragen. Die ganz hohe Schule der Redekunst beherrscht derjenige, der kleine Dialoge in seine Rede einbaut. Das ist zwar etwas aufwändiger, jedoch bringt es Abwechslung und Schwung in jedes noch so langweilige Thema.

Eines vorab: Dialoge, Fragen und bildhafte Sprache bringen überhaupt nichts, wenn ein Redner seinen Vortrag einfach nur monoton abspult. Wer mit spritzigen Elementen punkten will, muss selbst spritzig sein. Damit sage ich nicht, dass langweilige Redner langweilige Reden halten sollen. Vielmehr sollten sie selbst davon überzeugt sein, was sie erzählen und diese Überzeugung kraftvoll vortragen. Nur dann gewinnen sie auch ihr Publikum.

Das folgende Beispiel ließe sich z. B. gut in einen Vortrag einbinden, der über die ersten Anzeichen eines Burn-Outs informiert. Diese kurze Textpassage erfüllt dabei drei goldene Regeln des Redenschreibens: sie erzählt eine Geschichte, enthält eine Frage und ist zudem ein Dialog. Dass der Redner einen Einblick in sein Privatleben gewährt, erzeugt zudem Sympathie und Vertrautheit.

Meine kleine Tochter fragte mich neulich: „Papi, warum arbeitest du denn immer so viel?“ Ich war erstaunt und erklärte ihr: „Damit du, Felix und Mami ein glückliches und sorgenfreies Leben haben.“ Meine Tochter schien diese Antwort wenig zu überzeugen und nach kurzem Nachdenken sagte sie: „Aber das stimmt doch gar nicht. Wenn du weniger arbeiten würdest, müsste sich Mami keine Sorgen machen, dass du zu viel arbeitest. Und außerdem sind wir am glücklichsten, wenn du hier zuhause bei uns bist!“

2 Kommentare für diesen Artikel