Home Einfach schön schreiben Der Doppelpunkt: Schafft Struktur und hebt hervor

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Der Doppelpunkt hat viele Funktionen. Er leitet Zitate ein oder kündigt eine Aufzählung an. Er kann als Geteilt-Zeichen oder Spielstand-Anzeiger auftreten oder Mischverhältnisse beschreiben. Dabei kann er Dinge voneinander trennen – oder sie betonen. Gerade die letzte Eigenschaft bietet dem professionellen Schreiber eine große Hilfe, wenn er seine Leser an seinen Text fesseln will.

Ähnlich wie ein Gedankenstrich kann der Doppelpunkt dazu beitragen, das Interesse des Lesers zu wecken. Wer einen Punkt setzt, hat einen Satz und einen Gedanken abgeschlossen. Doch der Doppelpunkt zeigt an: Halt, hier kommt noch etwas! In dieser Eigenschaft ist er somit unerlässlich für lebendige und spannende Texte.

Beispiele für Doppelpunkte, die Lust auf mehr machen

  • Die Bundeskanzlerin packte in ihrer Rede viele heiße Eisen an: die Schuldenkrise, die Menschenrechte und den Klimawandel.
  • Ein heißer Tipp für Florida-Urlauber: Planen Sie keinen Urlaub während des Spring Breaks!
  • Nach mehrstündigen Verhandlungen stand fest: Die Fusion kommt nicht zustande.

Doppelpunkt, Gedankenstrich, kurze Hauptsätze und Stummelsätze – all diese Dinge eignen sich für kurzweilige und leicht verständliche Texte. Jedoch darf man es nicht übertreiben. Wenn ein Editorial zu zwei Dritteln aus Stummelsätzen besteht, wirkt das nicht flott, sondern debil. Allzu viele kurze Hauptsätze unterfordern den Leser und wirken hektisch. Und zu viele Doppelpunkte und Gedankenstriche zerstören die Struktur, die sie eigentlich schaffen wollten.

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