Home Grundlagen der PR Man kann nicht nicht kommunizieren

Print Friendly

Diesen weisen Ausspruch tätigte Paul Watzlawick, ein renommierter Kommunikationswissenschaftler des vergangenen Jahrhunderts. Der Satz ist eine der fünf Grundregeln, mit denen Watzlawick die menschliche Kommunikation erklärte (Die Axiome von Paul Watzlawick). Doch was bedeutet er genau? Und wie wirkt sich diese Erkenntnis auf unsere (Unternehmens-)Kommunikation aus?

Eine betagte Dame, die auf einer Party lauthals ihre Lebensgeschichte zum Besten gibt, kommuniziert mit Worten. Ein Gast, der die Augen verdreht, kommuniziert mit seiner Mimik. Ein Vater, der sein Kind in den Arm nimmt, kommuniziert mit Gesten. Wir Menschen haben tausend Möglichkeiten, mit unseren Mitmenschen zu „sprechen“. Dennoch vergessen wir oft: Selbst wenn wir nichts sagen, kommunizieren wir.

Wenn wir einen Telefonanruf nicht entgegennehmen, zeigen wir dem Anrufer, dass wir nicht mit ihm sprechen wollen. Wenn wir auf einer Party allen Blicken ausweichen, weiß jeder, dass er uns nicht ansprechen muss. Und wenn wir die Arme verschränken, signalisieren wir Ablehnung.

Gleiches gilt selbstverständlich in der Unternehmenskommunikation. Regelmäßige Pressemitteilungen, Tage der offenen Tür und erreichbare Ansprechpartner erwecken den Anschein, dass ein Unternehmen offen und ehrlich kommuniziert. Wer nur das Nötigste veröffentlicht, keine Anfragen beantwortet und die gängigen Umgangsformen missachtet, wirkt indes schnell unseriös.

Jedoch bestätigen Ausnahmen die Regel, wie das Beispiel Apple zeigt. Die Geheimniskrämerei des Unternehmens ist legendär. Je weniger Apple berichtet, umso größer ist die Nachfrage nach den Produkten. Das Unternehmen kommuniziert also gezielt dadurch, dass es nicht kommuniziert. Durch seine spärlichen Informationen umgibt es sich mit einem Flair von Geheimnis, Abenteuer und Exklusivität – und ist sich offenbar ganz genau darüber im Klaren, dass man nicht nicht kommunizieren kann.

1 Kommentar für diesen Artikel