Home Deutsche Sprache, ... Deutsch-Tipp für Restaurantbesitzer und Lieferservices

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Letzten Freitag hatte ich überhaupt keine Lust zu kochen – abgesehen davon, dass der Kühlschrank vollkommen leer war und ich sowieso keine Zutaten gehabt hätte. Daher beschloss ich, Essen zu bestellen. Ganze zwei Speisekarten von Lieferservices fand ich: auf Italienisch hatte ich keine Lust und der Japaner erschien mir alles andere als vertrauenswürdig. Grund dafür war seine Speisekarte.

Wahrscheinlich bin ich etwas überempfindlich. Aber wenn ich in einer Speisekarte viele Rechtschreibfehler finde, schmeckt mir das Essen nur noch halb so gut. Sofern ich es überhaupt bestelle. Daher sprach ich auch dem japanischen Lieferdienst jegliche Professionalität ab, als ich folgende Angaben sah:

Soll ich tatsächlich rohen Fisch bei jemandem bestellen, der so wenig Wert auf seine äußere Erscheinung und seinen Ruf legt? Meine Antwort lautete ganz klar „Nein“ und ich holte mir mein Abendessen aus der Dönerbude meines Vertrauens. Denn dort sind (fast) alle Schilder richtig geschrieben.

Sicherlich kann man einwenden, dass die Verfasser solcher Speisekarten keine deutschen Muttersprachler sind. Doch das zählt meiner Ansicht nach nicht. Denn schließlich leben sie in einem Land, in dem es von deutschen Muttersprachlern nur so wimmelt.

Daher mein Tipp für Restaurantbesitzer und Lieferservices

Bevor Sie eine Speisekarte oder einen Aushang in den Druck geben: Lassen Sie alles Korrektur lesen! Der Deutschlehrer Ihrer Kinder ist vielleicht nett und hilfsbereit. Oder Sie haben einen belesenen Nachbarn. Oder sie holen sich professionelle Hilfe durch einen Redakteur. Das Korrekturlesen eines Flyers kostet nicht viel – gerade einmal vier dicke Rollen mit vielfältiger Füllung. Eine fehlerfreie Karte wirkt jedoch professionell und vertrauenswürdig.


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