Home Grundlagen der PR Es kommt nicht auf die Größe an

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Keine Sorge: Heute wage ich keine Blicke in deutsche Schlafzimmer oder Sportstudio-Umkleiden. Ich kümmere mich nicht um neidische Blicke in der Sauna und thematisiere nichts von dem, was manche Freundinnen bei einem Gläschen Sekt besprechen. Heute geht es um die Größe eines mächtigen Instruments in der Öffentlichkeitsarbeit: den Presseverteiler.

Wie in manchen Umkleiden auch, herrscht hier ein gewisses Neid-Denken: „Alle anderen haben einen viel größeren Verteiler als wir. Das können wir nicht so hinnehmen. Wir wollen auch einen riesigen Verteiler.“ Jedoch übersehen viele Unternehmen, dass es nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt. Und werden von einigen PR-Agenturen darin noch bestärkt.

Arbeiten Sie mit uns zusammen! Wir haben den größten Verteiler!

Wenn sich neue Agenturen vorstellen, schmücken sie sich stolz mit ihren Federn. Große Teams können ein Vorteil sein, viele namhafte Kunden sehen gut aus in der Referenzliste. Sobald die Berater jedoch mit ihrem riesigen Presseverteiler prahlen, sollte man stutzig werden. Wenn sie dann noch ankündigen, dass sie Pressemeldungen an nahezu ALLE deutschen Redaktionen verschicken wollen, müssen sämtliche Alarmglocken schrillen! Denn im Klartext heißt das:

  • Die Agentur wird sich nicht die Mühe machen, einen passenden Verteiler zu erstellen.
  • Die Zielgruppe des Kunden ist völlig egal.
  • Die Agentur wird Pressemitteilungen abliefern, die im Einheitsbrei untergehen.
  • Journalisten werden mit Meldungen genervt, die sie nicht interessieren.
  • Nachrichten des Unternehmens verschwinden bald im Spam-Ordner.
  • Die Resonanz auf eine Pressemeldung ist verschwindend gering im Vergleich zur Empfängerzahl.

Qualität statt Quantität

Viel hilft viel – dieser Ansatz trifft auf Presseverteiler nicht zu. Wer seine Nachrichten bekannt machen will, muss die richtigen Leute direkt ansprechen. Die Nachricht über eine neue Hautcreme ist für einen Wirtschaftsjournalisten wenig interessant; ein Beauty-Blog oder eine Frauenzeitschrift freuen sich hingegen über diese Info. Auch einem regionalen Unternehmen bringt es nicht viel, wenn seine Nachrichten an jeden deutschen Redakteur verschickt werden. Er muss die Medien ansprechen, die sich für sein Thema interessieren und in seinem Umfeld berichten.

Wenn das nur zehn Journalisten sind, sind es eben nur zehn. Doch diese zehn sind interessiert und man kann den Kontakt zu ihnen pflegen. Wenn sie alle über das Unternehmen berichten, bringt das viel mehr, als wenn 72 andere die Pressemeldungen ungesehen löschen.


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