Home Einfach schön schreiben Finger weg von toten Leichen und seltenen Raritäten!

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Himmel, wie die Zeit vergeht! Vor mehr als einem Jahr hatte ich bereits über Adjektive geschrieben. Damals warnte ich vor dem übermäßigen Gebrauch und kündigte weitere Adjektiv-Artikel an. Heute ist es nun soweit. Dieses Mal geht es nicht nur darum, verständliche Texte zu schreiben. Es geht vor allem darum, keinen Unsinn zu verzapfen.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere: Im Deutschunterricht haben wir damals Stilmittel behandelt. Unter anderem kam dort der Begriff Pleonasmus zur Sprache. Ein Pleonasmus ist eine rhetorische Figur, bei der verschiedene Wörter mit der gleichen Bedeutung in Wortgruppen auftreten. Das berühmteste Beispiel hierfür ist der weiße Schimmel – auch wenn Tierexperten jedes Mal auf die Barrikaden gehen, da es auch braune Schimmel gibt. Und vom Blauschimmel wollen wir gar nicht erst anfangen. 😉

Neben diesem streitbaren Pleonasmus gibt es jedoch viele weitere Bespiele, von denen Schreiberling die Finger lassen sollten:

  • einzelnes Individuum
  • seltene Raritäten
  • innovative Neuerungen
  • tote Leiche
  • runder Kreis
  • kaltes Eis
  • falsches Missverständnis
  • nasses Wasser
  • schwarzer Rabe
  • alter Greis
  • inneres Gefühl
  • großer Riese
  • augenblicklicher Moment
  • neue Renovierung

Profi-Texter sollten dieses Stilmittel in jedem Fall vermeiden. Denn sie sind angehalten, möglichst alle Adjektive aus ihren Texten zu verbannen. Das gilt selbstverständlich noch mehr für überflüssige Adjektive. Und Adjektive in einem Pleonasmus kann man immer bedenkenlos streichen.

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