Home Einfach schön schreiben Drei Grundregeln für Ziffern in Texten

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Im April vergangenen Jahres habe ich beschrieben, was das Erscheinungsbild eines Textes stört. Unter anderem habe ich hier erwähnt, dass sich Leser durch zu viele Ziffern abschrecken lassen. Wie man dies verhindern kann und was man beim Gebrauch von Ziffern beachten sollte, erfahren Sie in meinem heutigen Beitrag.

1. Grundregel: Ziffern vermeiden!

Wenn es irgendwie möglich ist, sollten wir keine Ziffern in Texten zu verwenden. Hier und da eine kleine Zahl stört nicht weiter. Zu viele Ziffern machen einen Text jedoch unruhig und schrecken die Leser von vornherein ab. Wichtig ist daher, dass wir alle Zahlen bis zwölf ausschreiben. Am Samstagabend gerieten 11 Jugendliche in eine Schlägerei. Dieser Satz sieht auf den ersten Blick nicht so ansprechend aus wie dieser: Am Samstagabend gerieten elf Jugendliche in eine Schlägerei. Die Buchstaben machen den Text auf den ersten Blick hübscher – und damit lesenswerter. Jedoch lassen sich Ziffern nicht immer vermeiden.

2. Grundregel: Ziffern auslagern!

In manchen Nachrichten oder Beiträgen kommen wir nicht um Ziffern herum. So müssen wir schreiben, dass ein Unternehmen 214,5 Mio. Euro Umsatz gemacht hat. Schließlich können wir nicht zweihundertvierzehn Komma fünf Mio. Euro schreiben. Ähnliches gilt für Prozent-Angaben: Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 8,2 Prozent. Diese Ziffer können wir nicht vermeiden, denn kein Mensch verstünde den Satz: Die US-Arbeitslosenquote liegt bei acht Komma zwei Prozent.

Gerne werden in solchen Nachrichten Vorjahreswerte genannt. Diese belasten den Text mit noch mehr Ziffern. Wenn möglich könnte man in solchen Fällen auf Tabellen oder Grafiken ausweichen. Anstatt die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen herunter zu beten, könnten wir auf ein Schaubild verweisen. Und anstatt jede einzelne Kennzahl zu nennen, könnten wir alle in eine Tabelle packen. Doch auch dies ist oft nicht möglich, was uns zur dritten Grundregel führt.

3. Grundregel: Zahlen einheitlich darstellen!

Wenn wir eine Nachricht schreiben, können wir meist keine Tabellen oder Grafiken einbinden. Wir müssen über Zahlen berichten und zwangsläufig Ziffern schreiben. In diesem Fall lautet die Devise: Wenn schon Ziffern, denn schon Ziffern. Denn es ist nicht sinnvoll, an manchen Stellen die Zahlen auszuschreiben und an anderen nicht.

Meist stehen die Zahlen in einem Zusammenhang und werden miteinander verglichen. Zwar sieht es hübscher aus, wenn wir acht Prozent schreiben anstatt 8,0 Prozent. Doch ist es für den Leser einfacher 8,0 Prozent mit 8,2 Prozent zu vergleichen. Wenn sie acht Prozent mit 8,2 Prozent vergleichen müssen, wird es schnell anstrengend und unübersichtlich.

Da wir gerade von Zahlen sprechen…

  • Euro liest sich besser als EUR oder gar
  • man kann auch Vorjahr schreiben, wenn man 2011 meint,
  • Dezimalstellen bei Milliarden-Beträgen kann man oft weggelassen,
  • das %-Zeichen können wir durch das Wort Prozent ersetzen
  • bei Daten dürfen wir nicht auf Ziffern verzichten (1. Mai statt erster Mai),
  • … und es heißt nicht in 2012!

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