Home Deutsche Sprache, ... Bedeutung und Herkunft des Wortes Bärendienst

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Neulich dankte mir ein Bekannter für einen Bärendienst, den ich ihm erwiesen hatte. Ich stutzte, denn eigentlich meinte ich, ihm geholfen zu haben. Im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass er mir tatsächlich dankte – nur leider mit den falschen Worten. Denn er wusste nicht, dass ein bärenstarker Dienst kein Bärendienst ist. Grund genug für mich, diese Redewendung heute zu erklären.

Wenn ich einem Freund einen Bärendienst erweise, schade ich ihm mit meiner Hilfe mehr, als dass ich ihm etwas Gutes tue. Mein gut gemeinter Freundschaftsdienst hat für ihn negative Folgen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Hauself Dobby in „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“. Dobby will Harry von der Schule fernhalten, weil dort Gefahren lauern. Um dies zu erreichen, riskiert er Harrys Ausschluss aus der Schule, seine Gesundheit, sogar sein Leben. Frei nach dem Motto: Tot ist er wenigstens in Sicherheit! Das ist ein typisches Beispiel für einen Bärendienst – und nicht weit von der Herkunft dieses Sprichwortes entfernt.

Die Bedeutung des Wortes Bärendienst geht zurück auf die Fabel „Der Bär und der Gartenfreund“ von Jean de La Fontaine. Diese Fabel erzählt die Geschichte eines Gärtners, dem ein treuer Bär immer hilfreiche Dienste leistet. Der Bär möchte seinen Gartenfreund beschützen und ihn vor Unheil und Ärger bewahren. Aus diesem Grund versucht er eines Tages eine Fliege zu vertreiben, die den Gartenfreund beim Schlafen stören könnte. Netter Gedanke, doch leider greift er hierfür zu einem Stein – und erschlägt damit nicht nur die Fliege, sondern auch den Schläfer.

Und die Moral von der Geschicht‘:

„Nichts bringt so viel Gefahr uns als ein dummer Freund;
weit besser ist ein kluger Feind.“ (Quelle: Wikipedia)


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