Home Deutsche Sprache, ... Nicht jede Aufzählung verlangt ein Komma

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Neulich erhielt ich eine Anfrage auf Facebook, dass ich bitte mehr über Kommasetzung schreiben soll. Frei nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“ folgt heute der zweite Beitrag zu diesem Thema. Im vergangenen Jahr hatte ich schon einmal die Frage beantwortet: Setzt man ein Komma(,) oder setzt man kein Komma?. Heute widme ich mich der Frage, wann man bei Aufzählungen ein Komma benutzt. Weitere Beiträge zum Thema Kommasetzung werden in den kommenden Wochen folgen.

Bei Aufzählungen muss man unterscheiden, ob man gleichrangige Wörter aufzählt oder Wörter, die nicht gleichrangig sind. Hieraus ergeben sich zwei Regeln:

Komma bei Aufzählung gleichrangiger Wörter

Wir setzen ein Komma, wenn alle Wörter in einer Aufzählung gleich wichtig sind und nicht durch „und“ oder „oder“ verbunden werden. Am Schluss dieser Aufzählungen steht kein weiteres Komma. Beispiele:

  • Mamor, Stein und Eisen bricht.
  • Der träge, schwarze, dumme Hund döste in der Sonne.
  • Heute Abend werde ich lesen, baden, ein Glas Wein trinken und früh zu Bett gehen.

Kein Komma bei Aufzählung nicht gleichrangiger Wörter

Wir setzen kein Komma zwischen Adjektiven, die nicht gleichrangig sind. In einem solchen Fall beschreibt das erste Adjektiv die folgende Fügung näher. Beispiele:

  • die aktuelle wirtschaftliche Lage
  • die jüngste gesellschaftliche Entwicklung
  • der beste deutsche Film

Unterscheidung gleichrangiger und nicht gleichrangiger Wörter

Wer nicht weiß, ob Wörter gleichrangig sind oder nicht, kann einen einfachen Trick anwenden: Wenn sich die Wörter mit einem „und“ verbinden lassen, sind sie gleichrangig – und verlangen somit ein Komma, z. B. der träge [und] schwarze [und] dumme Hund. Wenn das „und“ keinen Sinn ergibt, muss man das Komma weglassen, z. B. die jüngste [und] gesellschaftliche Entwicklung.


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