Home Einfach schön schreiben Weniger Silben, weniger Fremdwörter, mehr Klartext

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Viele Pressetexte sind beste Beispiele für mein heutiges Thema. Da liest man von Themenstellungen und Bevölkerungsgruppen. Sozialverträglichen Restrukturierungsmaßnahmen und praxiserprobtem Expertenwissen. Währungsbereinigtem Betriebsergebnis und innovativen Produktentwicklungen. Schlecht, schlecht, schlecht…

Schlecht an diesen Beispielen sind zwei Dinge: Erstens sind die Wörter viel zu lang. Zweitens sind sie undeutlich oder abgenutzt. Mein Lieblingsbeispiel ist das Wort „innovativ“. Heutzutage ist jeder innovativ, egal ob ein Forscher, ein neuer Joghurt oder der Bäcker von nebenan. Alle denken, sie seien etwas Besonderes, wenn sie innovativ sind. Doch schwimmen sie damit im Einheitsbrei, denn jeder bezeichnet sich als innovativ – obwohl niemand mehr weiß, was dieses Wort genau bedeutet.

Die Chance ist groß, dass wir uns mit vermeintlich intelligenten Wörtern eher schaden als nutzen. Schnell greifen wir zu nichtssagenden Floskeln, die die Leser langweilen. Oder wir setzen ein Fremdwort falsch ein – und machen uns zum Gespött der Leute. Modewörter und Fremdwörter sollten wir daher immer vermeiden, z. B. innovativ, realisieren, zeitnah, initiieren, Kreativität, Paradigmenwechsel…

Klar und deutlich statt möchtegern-gebildet

Wer will, dass man seine Texte versteht, muss klar und deutlich schreiben. Hierzu zählen kurze Wörter mit einfacher Bedeutung. Den Begriff „Themenstellungen“ könnten wir zu „Themen“ verkürzen. „Innovative Produktentwicklungen“ werden zu neuen Produkten. Und anstatt mit „praxiserprobtem Expertenwissen“ zu prahlen, könnte man einen Fachmann ankündigen, der Tipps für die tägliche Arbeit gibt.

Wer professionell schreibt, darf sich nicht wie ein Hochschulprofessor anhören. Der Leser will nichts wissen von „sozialverträglichen Restrukturierungsmaßnahmen“ und „Bevölkerungsgruppen“. Er will einfache und kurze Wörter und einen Text, den er auf Anhieb versteht.

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