Home Deutsche Sprache, ... Der sinnvolle Gebrauch des Anführungszeichens

Anführungszeichen
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Wer dieses Blog aufmerksam liest, hat festgestellt, dass ich ein Freund von Anführungszeichen bin. Anführungszeichen vermeiden Missverständnisse und betonen Wörter in einem geschriebenen Text. Doch kann man sie auch fälschlich oder zu oft gebrauchen. Daneben gibt es Beispiele, in denen das Fehlen von Anführungszeichen die politische Karriere versaute.

Anführungszeichen sind immer dann sinnvoll, wenn sie Missverständnisse vermeiden. Das ist vor allem der Fall, wenn es sich um Aufzählungen oder Eigennamen handelt. Wenn man in dem folgenden Satz die Anführungszeichen wegließe, könnte der Leser drei verschiedene Dinge verstehen:

  • Ausgangssatz: Der Schauspieler glänzte in seinen Filmen Schatten und Eifersucht und Wahlverwandtschaften.
  • 1. Möglichkeit: Der Schauspieler glänzte in seinen Filmen „Schatten“ und „Eifersucht“ und „Wahlverwandtschaften“.
  • 2. Möglichkeit: Der Schauspieler glänzte in seinen Filmen „Schatten und Eifersucht“ und „Wahlverwandtschaften“.
  • 3. Möglichkeit: Der Schauspieler glänzte in seinen Filmen „Schatten“ und „Eifersucht und Wahlverwandtschaften“.

Das Wort „Thema“ kündigt bereits an, dass eine Hervorhebung ansteht. Jedoch zeigt es nicht, wie weit das Thema reicht. Um Irrtümer zu vermeiden, sollte man in Zweifelsfällen immer Anführungszeichen setzen, z. B.

  • Ausgangssatz: Sie sprachen über das Thema Urlaub mit Kollegen.
  • 1. Möglichkeit: Sie sprachen über das Thema „Urlaub“ mit Kollegen.
  • 2. Möglichkeit: Sie sprachen über das Thema „Urlaub mit Kollegen“.

Wenn wir eine bestimmte Sache hervorheben möchten, können wir auf Anführungszeichen verzichten. Stattdessen können wir z. B. einen Doppelpunkt setzen, das Wort kursiv schreiben oder Großbuchstaben verwenden. Daneben zeigt auch das Wort „sogenannt“ an, dass nun eine Hervorhebung folgt.

  • Ausgangssatz: Für ihre ehrenamtliche Arbeit ehrte sie der Bürgermeister mit dem „Bürgerorden“.
  • 1. Möglichkeit: Für ihre ehrenamtliche Arbeit ehrte sie der Bürgermeister: mit dem Bürgerorden.
  • 2. Möglichkeit: Für ihre ehrenamtliche Arbeit ehrte sie der Bürgermeister mit dem Bürgerorden.
  • 3. Möglichkeit: Für ihre ehrenamtliche Arbeit ehrte sie der Bürgermeister mit dem BÜRGERORDEN.
  • 4. Möglichkeit: Für ihre ehrenamtliche Arbeit ehrte sie der Bürgermeister mit dem sogenannten Bürgerorden.

All diese Regeln sind zwar gut und schön – jedoch sind sie bei Zitaten egal. Denn bei Zitaten müssen wir IMMER Ausrufezeichen setzen. Wer diese Grundregel missachtet, sieht sich schnell Plagiatsvorwürfen und Urheberrechtsklagen gegenüber. Wie erinnern uns alle an diverse Politiker.


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