Home Neudeutsch für Anfänger Mit Roadmaps verreisen… und Projekte planen

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Eigentlich ist „Roadmap“ nur das englische Wort für eine ganz gewöhnliche Straßenkarte. Der angelsächsische ADAC-Reiseatlas, wenn man so will. Mithilfe ein paar bemalter Blätter gelangen Ortsunkundige schnell und sicher von A nach B. Deutschen Managern gefiel dieser Gedanke offenbar. Daher übernahmen sie die „Roadmap“ ins Büro-Deutsch.

Wer im Berufsleben eine Roadmap liefern soll, kann sich den Gang zum Kiosk sparen. Lieber sollte er an seinem Schreibtisch bleiben – hier kann er die gewünschte Roadmap besser entwerfen. Denn eine Roadmap ist im Büro-Alltag ein Plan, der die einzelnen Schritte eines Projektes kennzeichnet. Hierbei handelt es sich immer nur um einen groben Entwurf, denn die Roadmap strukturiert ein großes Projekt lediglich. Eine Roadmap kann z. B. die Einführung eines Produktes vorbereiten. Sie zeigt auf, wann die Produktion, die Auslieferung oder Werbung starten sollte. Sie benennt die Verantwortlichen und gliedert das Projekt in kleinere Aufgaben, die in den Abteilungen dann meist detailliert geplant werden.

Eine Roadmap eignet sich also, wenn man einen groben Überblick erstellen will. Die „Financial Times Deutschland“ liefert in ihrer Rubrik „Neues Futter für den Business-Talk“ jedoch eine eigene, amüsante Erklärung:

„Road|map, die, engl.; (Fahr-)Plan. Wird von der untersten Ebene erstellt, wenn das Management orientierungslos ist. Da die unterste Ebene die Strategie der Unternehmensleitung aber nicht versteht, kommt i. d. R. nichts dabei raus. Da eine R. nur mittelfristig gilt, ist es egal, was abgeliefert wird. Es ist bald vergessen oder schnell durch eine Umstrukturierung eingeholt.“