Home Grundlagen der PR Das bisschen Presse macht sich von allein…

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… sagt der Chef. Und damit steht er nicht allein. Denn landauf, landab denken viele seiner Kollegen ebenso: „Für unsere Pressemitteilungen brauchen wir keinen Fachmann. Das können wir nebenher machen. Wir wissen doch, wie man schreibt. Schließlich hatten wir alle Deutsch in der Schule.“

Damit haben die Chefs sicherlich Recht. Deutsch können wir alle. Doch Deutsch ist nicht gleich Deutsch! In der Schule und auf der Uni galten wir als besonders schlau, wenn unsere Sätze eine ganze Seite lang waren. Je verschachtelter, desto besser! Doch leider haben wir hier nicht gelernt, wie man allgemein-verständlich schreibt. Wir kennen die KISS-Regel nicht. Wir wissen nicht, welche Wörter wir vermeiden müssen. Wir haben keine Ahnung von gutem Satzbau. Wir schreiben einfach drauf los – und so hört es sich auch an.

Es hat schon seinen Grund, dass ein Volontariat zwei Jahre dauert, dass es Ausbildungsberufe und sogar Studiengänge für Journalismus gibt. Gute Pressearbeit schüttelt man nicht aus dem Ärmel. Sie ist harte Arbeit, kombiniert mit praktischer PR-Erfahrung, einer Prise Talent und ganz viel Leidenschaft für Sprache. Und ganz ehrlich: Welcher Chef, Abteilungsleiter und welche Assistentin kann das von sich behaupten? Sie erledigen den „Schreibkram“ neben ihrer eigentlichen Arbeit und finden ihn lästig. Verständlich, schließlich haben sie sich für einen anderen Beruf entschieden.

Ein gutes, altes Sprichwort lautet: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Warum sollte man also seine Angestellten mit Aufgaben quälen, für die sie nicht ausgebildet sind und für die sie keine Zeit haben? Vielleicht ist ein Fachmann doch die bessere, schnellere und unterm Strich günstigere Wahl?

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