Home Neudeutsch für Anfänger Eine Benchmark ist das Maß aller Dinge

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Manchmal hören wir, dass jemand oder etwas nicht die Benchmark erreicht hat. Instinktiv gehen wir davon aus, dass das nichts Gutes heißen kann – auch wenn wir nicht genau wissen, was eine Benchmark ist. Doch unser Instinkt täuscht uns nicht: Eine verpasste Benchmark kann ein Projekt zum Scheitern bringen oder zu einer Kündigung führen.

Eine Benchmark ist ein Bezugspunkt oder Bewertungspunkt, ein Maßstab oder Richtwert. Fast allem kann man eine Benchmark aufdrücken. Vom neuen Mitarbeiter erwarten wir, dass er doppelt so viele Aufträge an Land zieht wie sein Vorgänger. Das neue Produkt muss sich besser verkaufen als das der Konkurrenz. Ein großes Projekt muss unbedingt einen bestimmten Erfolg bringen.

Als Benchmark kann man so ziemlich alles verwenden, was einem in den Sinn kommt: die Konkurrenz, andere Mitarbeiter oder Produkte, das Vorjahresergebnis, irgendein aus der Luft gegriffener, x-beliebiger Wert. Für gewöhnlich sind Benchmarks utopische, kaum erreichbare Vorgaben, z. B.

  • Der Bankmitarbeiter muss in diesem Jahr 20 Prozent mehr Bausparverträge verkaufen als im letzten.
  • Das neue Produkt muss das Konkurrenzprodukt nach einem Jahr von Platz 1 verdrängt haben.
  • Mit 40 Prozent weniger Werbe-Budget muss die Bekanntheit des Unternehmens um 20 Prozent steigen.

Manche Menschen oder Dinge schaffen es im Laufe der Zeit, selbst zu einer Benchmark zu werden. Damit ist der Druck jedoch nicht vorbei. Denn auch für die Besten der Besten lassen sich immer wieder neue Ziele und Richtwerte finden.

1 Kommentar für diesen Artikel
  1. Ist ein Benchmark wirklich das Maß aller Dinge? Und wenn ja, wie? Sprechen wir immer nur von einer Richtung oder legen wir mit dieser Bewertung nur einen Rahmen fest, in dem wir uns bewegen?

    Mir scheint es, die Furcht vor einem Benchmark gilt nur für die Auswertungen, bei denen Wachstum keine Grenzen kennt und der Mensch somit nie weiß, wann er die Lorbeeren seiner Arbeit auch genießen kann. Ein Benchmark ist deswegen, meiner Meinung nach, nur so gut, wie er auch den Menschen dabei hilft, sich wirklich objektiv selber weiter entwickeln zu dürfen.