Home Einfach schön schreiben Stummelsätze in Maßen genießen

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Unsere Sprache bietet viel Platz, um sich auszutoben. Wir können mit dem Satzbau spielen und für ein Wort tausend Synonyme finden. Mit Satzzeichen erzeugen wir Spannung, mit Wortmonstern verschleiern wir kritische Inhalte. Journalisten müssen bei der Wahl ihrer Mittel vorsichtig sein. Daher dürfen sie auch nur selten auf ein freches Stilmittel zurückgreifen: den Stummelsatz.

Ein Stummelsatz ist ein unvollständiger Satz. Zur Erinnerung: Ein Satz besteht mindestens aus Subjekt und Prädikat. Bei einem Stummelsatz fehlt eines, manchmal auch beides. Er eignet sich daher für Aufzählungen, die man nicht in einen einzelnen Satz stopfen will. Zudem hebt er Ergänzungen hervor, die im ursprünglichen Satz untergehen würden.

Doch auch beim Stummelsatz gilt das Prinzip „weniger ist mehr“. Wer ihn in Maßen einsetzt, kann seinen Text beschwingen und auffrischen. Gerade bei jungen Schreibern und Lesern ist das beliebt. Bei übermäßigem Gebrauch wird der Text jedoch unruhig – und mit ihm der Leser. Journalisten sollten daher darauf achten, dass Stummelsätze nicht den Lesefluss unterbrechen. Ein Aha-Effekt in einem Text ist gut und wünschenswert. Zu viele sind störend und wirken negativ.

Beispiele für Stummelsätze

  • Bundespräsident Christian Wulff bleibt im Amt. Trotz negativer Umfragewerte.
  • Die Ölpreise steigen weiter. Zum Leidwesen der Verbraucher.
  • Stieg Larsson starb bereits im Jahr 2004. Und ist trotzdem einer der erfolgreichsten Autoren des letzten Jahres.
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