Home Einfach schön schreiben Parenthesen: Die Eltern allen Unverständnisses

Print Friendly

Es gibt Dinge in der deutschen Sprache, die nur zur Verwirrung des Lesers erschaffen wurden. Erfinder waren wahrscheinlich Behörden, die von höheren Steuern und neuen Gesetzen ablenken wollten. Zu diesem Zweck führten sie alle Arten von Einschüben ein: Klammern, eingeschobene Nebensätze und Parenthesen.

Eine Parenthese ist ein rhetorisches Stilmittel und kann daher künstlerisch wertvoll sein. Doch wenn man einen leicht verständlichen Text schreiben will, sollte man dringend die Finger von ihr lassen. Hauptsachen in Hauptsätze und alles schön der Reihe nach erzählen – das sind zwei wichtige Richtlinien für journalistisches Schreiben.

Parenthesen bewirken jedoch genau das Gegenteil: Sie unterbrechen einen anderen Satz. Sie sind grammatikalisch eigenständig und werden durch zwei Gedankenstriche vom Hauptsatz abgetrennt. Im Grunde erfüllen sie den gleichen Zweck wie eine Klammer – und sind daher ebenso verwirrend und störend. Denn am besten verstehen wir Texte, die so geschrieben sind, wie wir sprechen. Und wer spricht schon in Klammern und Einschüben?

In der Praxis ist es sehr leicht, Parenthesen zu vermeiden. Statt einen eigenständigen Gedanken einzuschieben, kann man ihn einfach anhängen. Entweder als Nebensatz, durch ein Komma oder einen Gedankenstrich abgetrennt. Oder man packt die Information in einen neuen Hauptsatz. Wer für diesen Zusatz keinen neuen Hauptsatz verschwenden will, sollte sich fragen, ob er die Info überhaupt braucht. In vielen Fällen merkt man, dass sie eigentlich unwichtig ist. Also kann man sie weglassen!

Gedankenstriche sind jedoch nicht immer schlecht. Wenn man sie einzeln verwendet, machen sie einen Text unterhaltsam und abwechslungsreich. Weitere Informationen hierzu gibt es in meinem Artikel „Der Gedankenstrich – immer gern gesehen„.


3 Kommentare für diesen Artikel