Home Deutsche Sprache, ... Ich habe den Computer angeschalten und gearbeiten

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Wer in Deutschlands Süden lebt, braucht ein dickes Fell. Zumindest in sprachlicher Hinsicht. Da werden z. B. Fragen gefrägt und Menschen schieben Einkaufswägen vor sich her. Auch werden hier Fernseher und Computer nicht angeschaltet – sie werden angeschalten. Und wenn man die richtige Form benutzt, erntet man verständnislose Blicke.

Bastian Sick bezeichnete es schon im Jahr 2005 als „Perfekt, pervertiertes“. Doch leider stieß er auf taube Ohren. Und so wird weiterhin nach dem Kuppeln geschalten, der Fernseher angeschalten, das Programm weggeschalten und die Klimaanlage ausgeschalten. Gerne wird das falsche Perfekt auch bei dem Wort „malen“ angewandt. „Dürer hat das Bild gemalen.“ Der geneigte Zuhörer wundert sich jedoch, warum ein Meister sein Bild in die Mühle geben sollte. Die Aussage wäre klar, verständlich und richtig, wenn der Satz lautete: „Dürer hat das Bild gemalt.“

Das Wort „schalten“ ist ebenso regelmäßig wie die Worte „machen“ und „tratschen“. Jedoch würde niemand auf die Idee kommen, etwas „gemachen“ oder „getratschen“ zu haben. Regelmäßige, schwache Verben behalten meist ihren Hauptklang – und enden im Perfekt auf „t“, zum Beispiel:

ich schalte – ich schaltete – ich habe geschaltet
ich arbeite – ich arbeitete – ich habe gearbeitet
ich male – ich malte – ich habe gemalt
ich mache – ich machte – ich habe gemacht
ich gestalte – ich gestaltete – ich habe gestaltet
ich baue – ich baute – ich habe gebaut
ich schiele – ich schielte – ich habe geschielt

Und nun noch ein paar unregelmäßige, starke Verben, deren Hauptklang sich ändert und die auf „n“ enden:

ich laufe – ich lief – ich bin gelaufen
ich gehe – ich ging – ich bin gegangen
ich lese – ich las – ich habe gelesen
ich gebe – ich gab – ich habe gegeben
ich sehe – ich sah – ich habe gesehen

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