Home Neudeutsch für Anfänger Warum muss man sich ein Get-together antun?

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Kongresse, Messen, Seminare. Ständig flattern Einladungen ins Haus. Doch bieten die Veranstalter nicht nur Vorträge und Workshops an. Wer heutzutage etwas auf sich hält, organisiert auch ein Get-together. Gerne am Abend vor oder nach der Veranstaltung. Diese Get-togethers sind jedoch heißgeliebt wie Fußpilz.

Sicher: Es gibt Menschen, die gerne auf Get-togethers gehen. Die Sammler und Jäger von Visitenkarten. Kaum sehen sie einen unbekannten Menschen, binden sie ihm ein Gespräch ans Bein, drängen ihm ihre Visitenkarte auf und schnorren sich die des Gegenübers. Wenn man solche Menschen nach dem Erfolg des Abends fragt, antworten sie: „Klasse, ich habe 50 Karten verteilt und ebenso viele bekommen.“ Über die Qualität dieser Kontakte muss man wohl kein weiteres Wort verlieren…

Wegen dieser Menschen sind Get-togethers als Visitenkarten-Tauschbörsen verschrien. Smalltalk, kleine Häppchen und auf keinen Fall zu viel trinken. Steif, konservativ, langweilig. Eigentlich werden Get-togethers veranstaltet, damit sich Teilnehmer von Seminaren oder Messen ungezwungen kennenlernen können. Doch irgendwie klappt das nur bedingt. Meist bleiben die Grüppchen unter sich – ohne dass sie in dieser Konstellation Spaß hätten. Die FTD beschrieb ein Get-together in ihrer Rubrik „Neues Futter für den Businesstalk“ einmal so:

Get-to|geth|er, das, engl.; lockeres Beisammensein unter Kollegen, auf das die Hälfte der Anwesenden keine Lust hat; die andere Hälfte betrinkt sich

Leider viel zu wahr. Und doch kommt man um diese Get-togethers nicht herum. Entweder sind sie vom Chef angeordnet oder gehören zu einer Veranstaltung, für die der Chef zahlt. Drücken geht daher nicht. Denn es kommt sicherlich die Frage, wie die Veranstaltung war. Also, heißt es auch beim nächsten Get-together: Augen zu und durch!


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