Home Einfach schön schreiben Fragen in einer Rede sind wie Salz in einer Suppe

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Den einfachen Aufbau einer Rede haben wir schon besprochen. Wir haben geklärt, dass man Marotten vermeiden sollte und dass eine gute Rede im Kopf wie ein Kinofilm abläuft. Heute würzen wir unsere Rede etwas. Wir sprechen das Publikum an und ziehen es in unseren Bann. Und das geht am besten, indem wir Fragen stellen.

Wenn Sie vor einem Publikum stehen, dann hat dieses Publikum Fragen: „Was wird er/sie uns erzählen? Wie ist seine/ihre Meinung zu…? Was wird er/sie tun, damit…?“ Ihre Zuhörer wollen Antworten auf diese Fragen haben. Wenn Sie diese nicht liefern, wird man Ihre Rede in schlechter Erinnerung behalten. Doch alle Antworten bringen nichts, wenn die Zuhörer nicht bei der Sache bleiben. Daher ist es wichtig, sie für die Rede zu interessieren. Und was interessiert sie mehr als ihre eigenen Fragen? Daher können Sie ruhig mit Fragen um sich werfen. Überlegen Sie sich, welche Fragen Ihr Publikum haben könnte und stellen Sie diese ganz provokant in Ihrer Rede!

Beispiel: „Sie fragen sich sicherlich: Wie konnte es soweit kommen? Wer wird die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen? Welche Konsequenzen hat das für das Unternehmen?“ Danach beantworten Sie diese Fragen – und Ihre Zuhörer sind zufrieden.

Neben den Fragen des Publikums kann man auch mit anderen Fragen spielen. Sie können Suggestivfragen stellen, um das Publikum auf Ihre Seite zu ziehen: „Glauben Sie nicht auch, dass jedes Kind ein Recht auf eine gute Ausbildung hat?“ Stellen Sie eine rhetorische Frage – bevor Sie eine gewagte These aufstellen, für die sie vielleicht angegriffen werden könnten: „Hat nicht jeder schon einmal versucht, ein Steuerschlupfloch zu nutzen?“ Dieser Satz hört sich viel netter an als die Aussage, dass jeder im Saal schon einmal bei der Steuer tricksen wollte.

Richtig gute Redenschreiber arbeiten nicht nur mit Fragen. Sie formulieren ganze Dialoge in ihren Reden. Das fesselt den Zuhörer sogar noch mehr als einfache Fragen. Denn Dialoge liefern leicht verdauliches Futter für das Kino im Kopf.

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