Home Neudeutsch für Anfänger Des einen Freud, des anderen Outsourcing

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Früher hörte sich das Wort „Outsourcing“ noch schick und verheißungsvoll an. Dann wurde die hässliche Fratze dahinter entlarvt. Und nun zittern Arbeitnehmer und Betriebsräte vor dem bloßen Gerücht. Denn heutzutage ist dieses Wort ein Synonym für Jobverlust und Existenzangst.

Die schlechte Tarnung des Begriffs liegt wahrscheinlich an der viel zu eindeutigen Übersetzung. Während ein Pitch z. B. so gut wie alles sein kann, wird die Bedeutung von „Outsourcing“ bei einem kurzen Blick auf leo.org klar: Ausgliederung von Produktions- oder Dienstleistungen an Externe, Auslagerung einer Tätigkeit, Fremdbeschaffung von Einzelteilen oder Dienstleistungen, Fremdvergabe, Funktionsauslagerung, Produktionsverlagerung etc. Ziemlich schnell wird klar, dass die Luft für die Angestellten dünner wird, wenn das Management laut über Outsourcing nachdenkt. Denn wenn Arbeiten an einen anderen vergeben werden, bleibt für einen selbst nichts mehr zu tun. Und damit steht man ganz schnell auf der Abschussliste.

Outsourcing wird betrieben, wenn ein Unternehmen seine Kosten reduzieren will. Statt Teile im Betrieb zu fertigen, kauft man sie billiger ein. Statt eigene Mitarbeiter zu beschäftigen, vergibt man Aufträge an andere Unternehmen. Das lässt sich in nahezu allen Bereichen durchziehen: Fertigung in China, Sekretariat bei eBuero, Buchhaltung in Spanien, PR von einer Agentur, Kundenhotline in Polen. Doch wie viel Outsourcing verträgt ein Unternehmen? Die Geschichten sind zahllos von Unternehmen, die zu viel Outsourcing betrieben und danach vor einem Scherbenhaufen standen. Genauso viele Geschichten gibt es von Unternehmen, die Teile auslagerten und dadurch erfolgreicher wurden. Outsourcing ist ein zweischneidiges Schwert und muss immer im Einzelfall erwogen werden.