Home Neudeutsch für Anfänger Check mal asap deine Mailbox!

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Fünf Wörter. Drei englisch, nur zwei deutsch. Und doch ist das ein deutscher Satz. So wird auf den Fluren deutscher Unternehmen täglich gesprochen. In der Rubrik „Neudeutsch für Anfänger“ widme ich mich normalerweise den einzelnen Begriffen, die dabei verwendet werden. Heute will ich einen Blick auf die Häufigkeit werfen.

Es herrscht geschäftiges Treiben im klimatisierten Großraumbüro. Männer mit Schlips und Frauen im Kostüm wuseln durch die Gegend. Sie wedeln mit Ausdrucken, kämpfen gegen den zickigen Kopierer, hämmern auf ihren Tastaturen herum, verschicken E-Mails, besprechen den aktuellen Stand und planen die nächsten Schritte. Da stellt der Abteilungsleiter fest:

„Wenn wir den Pitch in time fertig bekommen wollen, müssen wir das Lunch und den Conference Call canceln!“
„Ist ok, Chef! Das Date für den Jour Fixe sollten wir aber auch switchen. Dann kann Peter noch die Timetables updaten und Karl kann die PowerPoint layouten.“
„D’accord! Bis wann brauchst du die E-Mail mit meinem Input?“
Asap!“

Die Mitarbeiter in solchen Büros glauben tatsächlich, dass sie deutsch sprechen. Und nicht nur das. Sie denken auch, dass sie ganz toll und gebildet sind, weil sie jeden Tag mit wichtigem „Business-Englisch“ um sich werfen. Sie finden das sogar so toll, dass sie im Privatleben einfach weitermachen: Sie schauen Pay-TV und benutzen einen Tablet-PC. Sie spielen Badminton oder machen ein Work-out. Ihr Snack am Nachmittag ist ein Smoothie und abends geht’s in die Sneak-Preview.

Ich gebe zu: Um einige englische Begriffe kommt man nicht mehr herum. Doch nicht alle lassen sich diese Veränderung der deutschen Sprache gefallen. Neulich fragte die Kassiererin den älteren Herrn vor mir, ob er eine Payback-Karte habe. Der rüstige Rentner war gar nicht begeistert, dass man ihm ein englisches Wort an den Kopf knallte und schnauzte die Kassiererin in breitestem Mannheimer Dialekt an: „Kenne se net deitsch mit ma schwätze?!!“ Die verdutzte Dame wollte ihn besänftigen und übersetzte ihren letzten Satz: „Haben Sie eine… [langes Grübeln]… Zahl-Zurück-Karte?“ Es bedarf wohl keiner Erwähnung, dass ich mich köstlich amüsiert habe…

Ein kleiner Hinweis zum Schluss

Wohin zu viele englische Wörter in deutschen Sätzen führen können, zeigt das folgende Video. Danke, Loriot, für diesen zeitlosen Lacher!