Home Einfach schön schreiben Wortmonster vermeiden: Das ung-Wort

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Wenn wir einen schönen Text schreiben wollen, müssen wir auf manche Wörter verzichten. Das Wort Innovation zum Beispiel. Oder langweilige Floskeln, Blähwörter und die meisten Adjektive. Außerdem sollten wir Wörter vermeiden, die auf „ung“ enden. Denn hier lauert meist Amtsdeutsch. Und das will wirklich niemand hören!

Mit diesem Brief geben wir unserer Hoffnung Ausdruck, dass die Beendigung des Projektes bevorsteht. Die Erholungspause wird Ihnen für die Umstellungen und Entbehrungen der letzten Wochen eine Entschädigung sein.

Dieser Satz gefällt ganz sicher nur Anwälten und Beamten – zumindest würden sie ihn so schreiben. Aber lesen will solch einen Satz niemand. Durch die insgesamt sechs ung-Wörter wird der Text sperrig und unverdaulich. Denn ung-Wörter machen aus feinen Verben, grobe Substantive. Der Satz würde viel lebendiger klingen, wenn man die Verben zuließe:

Wir hoffen, dass Sie das Projekt bald abschließen können. Genießen Sie Ihren Urlaub und erholen Sie sich gut! Nach der vielen Arbeit haben Sie es sich verdient.

Langweilige Texte werden überblättert. Denn sie nerven mit Amtsdeutsch und strahlen so viel Vitalität aus wie ein Amboss. Lebendige Texte werden gelesen. Und lebendig wird ein Text, wenn er viele Verben enthält. Denn die Verben zeigen: Hier ist Spaß, Action, Leben. Hier geschieht etwas. Wörter auf „ung“ können das nicht. Oder findet tatsächlich jemand, dass die folgenden Wörter besonders „sexy“ sind:

Umsetzung
Herausforderung
Arbeitsbeschaffung
Erledigung
Implementierung
Steigerung
Kündigung
Verwertung
Weitervermittlung
Stellenausschreibung
u. s. w.

Das meiner Ansicht nach unnötigste ung-Wort ist übrigens „Beendigung“. Warum schreibt man nicht einfach „Ende“ oder „Abschluss“?

4 Kommentare für diesen Artikel
  1. Das mit -ung ist Blödsinn.
    Eregung ist sexy
    Spannung ist auch lustig
    Und ich könnte noch so weiter machen