Home Einfach schön schreiben Marotten töten jede Rede

Stellung beziehen
Print Friendly

„Wir kennen das alle:“ Mit diesen Worten könnte ich meinen Artikel beginnen. Mache ich aber nicht. Denn das ist eine furchtbare Marotte, die Leser eher vergrault als anlockt. Genauso schlimme Formulierungen gibt es in Reden. Jeder benutzt sie, denn sie haben sich eingebürgert. Dabei will Niemand dieses Gewäsch hören.

Auf bestimme Wortgruppen wird in Reden immer wieder zurückgegriffen. Entweder wollen die Redner einen Einschub vornehmen – eine Sache, die ohnehin absolut verboten ist. Oder sie möchten einen Zusammenhang herstellen. In anderen Fällen, soll das Einverständnis der Zuhörer eingeholt werden. All diese Bemühungen führen jedoch zu nichts.

Denn ausgelutschte Formulierungen ziehen nur eines nach sich: Langeweile. Im schlimmsten Fall machen sie den Hörer sogar wütend. Denn er ist nicht gekommen, um ausdruckslose Phrasen zu hören. Sätze wie „Gestatten Sie mir…“ stimmen ihn nicht milde. Er fühlt sich bevormundet, denn eigentlich hat er keine Chance zu widersprechen. Wer schreit schon vor versammeltem Publikum: „Nein, ich gestatte Ihnen nicht!“

Sie sollten auf folgende und ähnliche Formulierungen verzichten, wenn Sie Ihr Publikum nicht langweilen oder verärgern möchten:

Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen…
Gestatten/erlauben Sie mir…
Kommen wir nun also…
Lassen sie mich/uns…
An dieser Stelle möchte ich…
In diesem Zusammenhang sollten wir…
u. s. w.

Fazit

Wer auf diese Worte zurückgreifen muss, hat noch ganz andere Probleme mit seiner Rede. Denn offensichtlich hat er sich in Einschüben und Erklärungen verrannt. Diese haben in Reden aber keinen Platz. Sie verwirren den Zuhörer, lenken ihn ab. Er verliert den Faden und steigt irgendwann ganz aus!

Ein weiterer Artikel zu diesem Thema – Reden schreiben: Der einfache Aufbau

3 Kommentare für diesen Artikel