Home Deutsche Sprache, ... Reise in die Vergangenheit: Was ist eine Deklination?

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Lang, lang ist er her: Der letzte Deutschunterricht. Vorbei die Tage, an denen wir uns den Kopf zerbrechen mussten über Präpositionen, Adjektive, Deklinationen, Adverbien, Präteritum, Genitiv, Satzbildung, Plusquamperfekt u. s. w. Jedoch tut es ab und an ganz gut, sich der alten Sprachwerte zu besinnen.

Kennen Sie noch den Unterschied zwischen Konjugation und Deklination? Richtig! Bei der Konjugation werden Verben gebeugt: Singular oder Plural, Präsens oder Perfekt (o. a.), Passiv oder Aktiv, Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ. Bei der Deklination werden Substantive in die vier Fälle gepresst: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ.

Da der Deutschunterricht schon eine Weile her ist, sollten wir die Lebensgeister unseres Sprachgefühls wecken. Dafür hilft hoffentlich die folgende Tabelle:

Fall Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Frage Wer?/Was? Wessen? Wem? Wen?/Was?
maskulin der Politiker des Politikers dem Politiker den Politiker
feminin die Epidemie der Epidemie der Epidemie die Epidemie
neutral das Atomkraftwerk des Atomkraftwerks dem Atomkraftwerk das Atomkraftwerk
Plural die Steuerzahler der Steuerzahler den Steuerzahlern die Steuerzahler
Hinweis

Die Frage „wem sein?“ gibt es übrigens nicht. Auch viele Deutsche das glauben. „Wem sein?“ heißt auf Hochdeutsch „Wessen?“. Daher sind die Formen „der Vater vom Berti“ oder „dem Fischer sein Netz“ nicht richtig. Auch hier stirbt der Genitiv langsam aus. „Wegen des schlechten Wetters“ sagt ohnehin schon niemand mehr, genauso wie „wegen des Berichts“. Die Formen „wegen dem schlechten Wetter“ und „laut dem Bericht“ haben längst die Oberhand gewonnen. Was würden nur unsere Deutschlehrer dazu sagen?

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