Home Grundlagen der PR Telefonische Nachfragen – Quälgeister mag niemand!

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„Guten Tag! Mein Name ist Helga Hinke-Pinke von der ABC AG. Ich habe Ihnen vorhin eine Pressemitteilung geschickt und wollte nachfragen, ob die auch ankam.“ Selbst wenn Sie die Namen austauschen: Solch einen Satz dürfen Sie niemals sagen!

Journalisten sind vielbeschäftigte Menschen. Sie bekommen am Tag rund eine Trilliarde E-Mails. Werbung, Spam, tatsächlich wichtige Infos und Unmengen Pressemitteilungen. Hier heißt es, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wichtige Pressemitteilungen bilden die Grundlage für Nachrichten. Journalisten fragen nach, wenn sie zusätzliche Infos brauchen. Sie recherchieren Hintergründe, schreiben die Nachricht, formulieren eine knackige Überschrift, suchen passende Bilder u. s. w. Sobald eine Meldung fertig ist, geht es weiter zur nächsten. Und in all dem Stress ruft auf einmal Frau Hinke-Pinke an. Der Journalist ist genervt – und die Pressemitteilung von Frau
Hinke-Pinke so gut wie gelöscht.

Solche Anrufe bieten Journalisten keinen Mehrwert. Im Gegenteil: Sie halten sie von der Arbeit ab. Wenn der Journalist eine Frage hat, wird er selbst anrufen. Wenn er nicht anruft, trifft eine der beiden folgenden Aussagen zu:

  1. Die Pressemitteilung war so gut, dass er sie einfach übernehmen kann.
  2. Die Pressemitteilung wird ohnehin nicht veröffentlicht. (Fünf Gründe warum Redakteure Pressemitteilungen ignorieren)

In beiden Fällen bringt eine Nachfrage überhaupt nichts! Es sei denn, man will sich als Quälgeist unbedingt unbeliebt machen.

Presseabteilungen sollten daher niemals ihren Meldungen hinterher telefonieren. Für den Aufbau einer partnerschaftlichen Beziehung zum Redakteur eigenen sich andere Mittel besser: Angebote für Interviews oder exklusive Inhalte, Einladungen zu Pressekonferenzen etc.

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