Home Einfach schön schreiben Zu viele Adjektive sind ungesund …

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… selbstverständlich nicht für Leib und Leben. Aber für die Lesbarkeit eines Textes auf jeden Fall. Denn in den meisten Fällen sind Adjektive unnötig – genau wie Bläh- und Füllwörter. Der Leser verfängt sich in einem Gestrüpp aus Beschreibungen und Zusätzen. Und verliert dabei die Aussage aus den Augen.

Nehmen wir als Beispiel den Teaser. Oben habe ich so weit wie möglich auf Adjektive verzichtet. Insgesamt hat der Teaser damit eine Länge von 304 Zeichen. Er ist vielleicht kein Kandidat für einen Pulitzer-Preis – aber er ist wenigstens verständlich. Im folgenden Absatz habe ich jedes Substantiv mit einem unnötigen Zusatz dekoriert. Das Ergebnis: 473 Zeichen und viel Bla-Bla!

…selbstverständlich nicht für den zerbrechlichen Leib und das kostbare Leben. Aber für die einfache Lesbarkeit eines wichtigen Textes auf jeden Fall. Denn in den meisten Fällen sind schnöde Adjektive absolut unnötig – genau wie hässliche Bläh- und unnötige Füllwörter. Der unbedarfte Leser verfängt sich in einem dichten Gestrüpp aus furchtbaren Beschreibungen und nicht enden wollenden Zusätzen. Und verliert dabei die eigentliche Aussage aus den blass-grau-grünen Augen.

Adjektive sind nicht immer schlecht. Sie dürfen verwendet werden, wenn sie unterscheiden, werten oder eine Überraschung mit sich bringen. Zum Beispiel: Kate Middleton trug zu ihrer Verlobung ein blaues Kleid (ein blaues, kein rotes!). Dieses unterstrich ihre elegante Erscheinung (Wertung). Camilla schloss ihre Schwiegertochter zähneknirschend in die Arme (überraschender Aspekt).

Nicht nur die Masse kann bei Adjektiven zum Problem werden. Auch die Auswahl, Zusammensetzung oder Steigerung ist nicht einfach. Doch um es mit Michael Ende zu sagen: „Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.“

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende!


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