Home Deutsche Sprache, ... Unwort des Jahres: 1991 bis 2010

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Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo es ein Wort des Jahres gibt, gibt es auch ein Unwort des Jahres. Dieses wird seit dem Jahr 1991 gewählt und macht gnadenlos auf die Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam.

Manager, die von „Peanuts“ oder „Humankapital“ reden. Politiker, die etwas als „alternativlos“ bezeichnen – nur weil sie keine Lust auf eine öffentliche Diskussion haben. Das Unwort des Jahres ist nicht unbedingt ein grammatikalisch oder orthografisch hässliches Wort. Aber seine Bedeutung ist immer hässlich. Daher wird jedes Jahr die schlimmste aller Formulierungen „ausgezeichnet“: Ein Preis, der in etwa genauso beliebt ist, wie die goldene Himbeere in Hollywood.

Die Frankfurter Goethe-Universität erklärt auf ihrer Website, dass das Unwort des Jahres „sachlich grob unangemessen“ ist oder „sogar die Menschenwürde“ verletzt. Auf die folgenden Wörter trifft dies mit Leichtigkeit zu:

    1991     ausländerfrei
    1992     ethnische Säuberung
    1993     Überfremdung
    1994     Peanuts
    1995     Diätenanpassung
    1996     Rentnerschwemme
    1997     Wohlstandsmüll
    1998     sozialverträgliches Frühableben
    1999     Kollateralschaden
    2000     national befreite Zone
    2001     Gotteskrieger
    2002     Ich-AG
    2003     Tätervolk
    2004     Humankapital
    2005     Entlassungsproduktivität
    2006     Freiwillige Ausreise
    2007     Herdprämie
    2008     notleidende Banken
    2009     betriebsratsverseucht
    2010     alternativlos

Zum Unwort des gesamten 20. Jahrhunderts wurde übrigens der Begriff „Menschenmaterial“ gewählt.

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