Home Neudeutsch für Anfänger One Jour Fixe a day keeps the gute Laune away

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Man mag es kaum glauben: Nicht alle neudeutschen Begriffe in der Geschäftswelt sind englischen Ursprungs. Auch aus Frankreich ist ein Begriff zu uns herüber geschwappt, der manch einem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Die Rede ist vom Jour Fixe.

Ein Jour Fixe* ist ein regelmäßig wiederkehrender, fester Termin. Eine kleine Abteilung oder ein Team setzen sich hierbei zusammen und besprechen die aktuelle Lage. Abstimmung eines Projekts, Aufteilung des Tagesgeschäfts, bezahlte Pause mit Smalltalk, Qualitäts-Mobbing im Beisein aller Kollegen: Die Gestaltungsmöglichkeiten für einen Jour Fixe sind nahezu unbegrenzt. Allen diesen Terminen ist jedoch gemein, dass sie einen immer von der Arbeit abhalten.

Sicher, ein Jour Fixe hat Vorteile. Man kann in kurzer Zeit viel Wichtiges besprechen – wenn er tatsächlich stattfindet und sich auf Fachliches beschränkt. Allerdings neigen die meisten Leute dazu, Jour Fixes zu verschieben oder für andere Zwecke zu missbrauchen. Schließlich steht der nächste Termin schon fest – da kann man ruhig einmal einen ausfallen lassen. Oder mit anderen Themen überfrachten.

Genau aus diesem Grund nutzt sich ein Jour Fixe ab. Er wird als gegeben hingenommen – fast so wie die Alte, mit der man seit dreißig Jahren verheiratet ist. Man kümmert sich nicht mehr, lässt alles ein bisschen schleifen und sitzt nur noch seine Zeit ab. Wertschätzung und Initiative tendieren gen Null. Vorfreude und Spannung? Fehlanzeige!

Da lobe ich mir die guten alten Besprechungen, Sitzungen und Meetings. Die finden sporadisch statt, werden akribisch vorbereitet oder spontan anberaumt und fördern meist etwas Neues zutage.

* Weitere gängige Schreibweisen sind Jour fixe, Jour Fix oder Jour fix.

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