Home Einfach schön schreiben Eine einzige Regel für vorangestellte Nebensätze

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Nebensätze können gut und schlecht sein: Ein eingeschobener Nebensatz ist immer schlecht. Ein angehängter meistens gut. Ein vorangestellter Nebensatz kann beides sein. Es kommt darauf an, ob man sich an die eine wichtige Regel hält oder nicht.

Ein vorangestellter Nebensatz kann einen Text besser machen. Er sorgt für Abwechslung und bereitet uns auf den wichtigen Hauptsatz vor. Und es ist recht einfach, alles richtig zu machen. Man muss sich nur an eine einfache Grundregel halten: Keep it short and simple – KISS!

Der Mensch ist ungeduldig. Er schweift ab, wenn ein Satz mit einer langen Einführung beginnt. Daher sollte ein vorangestellter Nebensatz niemals länger als sechs Wörter bzw. zwölf Silben sein! Hierbei kommt es vor allem auf die Anzahl der Silben an. Ein Satz mit acht Wörtern und zehn Silben ist absolut ok. Ein Satz mit vier Wörtern und vierzehn Silben jedoch nicht.

So nicht…
  • Obwohl sie sich ständig streiten und ihre Beziehung mehrfach vor dem Aus stand, heirateten Heidi und Hugo am Samstag.
  • Während wir auf dem Golfplatz einige Bälle schlugen und unser Handicap verbesserten, wurde im Clubhaus ein Mann überfallen.
  • Nachdem sie sich lange um jeden einzelnen Paragrafen gestritten hatte, stellte die Koalition den neuen Gesetzesentwurf vor.
Eher so…
  • Obwohl sie kein perfektes Paar sind, heirateten Heidi und Hugo am Samstag.
  • Während wir ein paar Bälle schlugen, wurde im Clubhaus ein Mann überfallen.
  • Nachdem sie sich lange gestritten hatte, stellte die Koalition den neuen Gesetzesentwurf vor.
Fazit

Immer fleißig Wörter und Silben zählen! Dann kann mit einem vorangestellten Nebensatz nichts mehr schief gehen. Es sei denn, man verwechselt Haupt- und Nebensache:

  • Während im Clubhaus ein Mann überfallen wurde, schlugen wir ein paar Bälle.

Solch eine Wertung sollten Sie nicht vornehmen. Nicht nur das Opfer wird Ihnen das übel nehmen – auch die Leser.

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